Ältere Mitarbeiter integrieren – Infos und Tipps

Ältere Mitarbeiter integrieren – Infos und Tipps

Auf der einen Seite sind qualifizierte und erfahrene Fachkräfte händeringend gesucht. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Arbeitnehmer, die zwar schon älter sind, aber noch nicht aus dem Berufsleben ausscheiden wollen oder können. Ältere Mitarbeiter zu beschäftigen, scheint da also nicht nur eine nahe liegende, sondern zudem auch sehr gute Lösung zu sein.

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Ältere Mitarbeiter integrieren - Infos und Tipps

Doch wie gelingt es, ältere Mitarbeiter ins Team zu integrieren? Was braucht es, um sie zu motivieren und zu fördern? Und welche Maßnahmen können dazu beitragen, älteren Beschäftigten den Arbeitsalltag zu erleichtern?

Wir haben Infos und Tipps dazu zusammengetragen!:

Inwiefern können Unternehmen von älteren Mitarbeitern profitieren?

Die demografische Entwicklung in Verbindung mit der Situation auf dem Arbeitsmarkt führt dazu, dass es zunehmend an Bedeutung gewinnt, ältere Mitarbeiter ins Team zu integrieren und zu fördern.

Die Vorurteile, dass Arbeitnehmer, die älter sind als 50 Jahre, ständig krankheitsbedingt ausfallen, Neuem gegenüber nicht offen sind oder sich von Jüngeren nichts sagen lassen, bewahrheiten sich oft nicht.

Natürlich gibt es Mitarbeiter, die letztlich nur ihre letzten Berufsjahre bis zur Rente absitzen und sich dabei nicht mehr großartig engagieren möchten. Weit häufiger ist es aber so, dass ältere Beschäftigte Vorteile für das Team und das Unternehmen bringen.

Ein wichtiger Punkt dabei ist natürlich das Fachwissen. Mitarbeiter, die ihren Beruf schon viele Jahre ausüben, haben jede Menge praktische Erfahrung. Sie können Lösungen entwickeln und verfügen über Disziplin, Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein.

Außerdem haben sie im Laufe der Zeit oft Kontakte und Netzwerke aufgebaut und gepflegt.

Ein weiterer Aspekt ist die Loyalität. Ältere Arbeitnehmer fühlen sich oft enger mit ihrem Arbeitgeber verbunden als junge Kollegen. Die Lebenserfahrung und die Reife tragen dazu bei, dass ältere Mitarbeiter sachlicher mit Konflikten umgehen können und empathischer sind. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass sie häufig eine Vorbildfunktion im Team haben.

Die Praxis zeigt außerdem, dass in Teams mit einer gemischten Altersstruktur das Arbeitsklima und die Kommunikation oft besser sind als in Teams, in denen alle Mitglieder ungefähr gleich alt sind.

Was ist notwendig, um ältere Mitarbeiter zu integrieren?

Eine erfolgreiche Integration setzt voraus, dass die Abläufe im Zusammenhang mit der Beschaffung, der Bindung, der Entwicklung und dem Einsatz von Personal die Anforderungen und Bedürfnisse berücksichtigen, die ältere Mitarbeiter haben.

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Der zentrale Aspekt ist aber, dass ältere Kollegen mit gegenseitiger Akzeptanz in die Teams eingebunden werden müssen. Das wiederum erfordert verschiedene Maßnahmen und Instrumente auf unterschiedlichen Ebenen.

Dazu können zum Beispiel gehören:

       Neu ausgerichtete Anforderungsprofile bei der Personalsuche

       Gezielte Zusammenstellung von altersgemischten Teams

       Flexible Arbeitszeitmodelle speziell für ältere Mitarbeiter

       Altersspezifische Maßnahmen, um Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden

       Sensibilisierung und Schulungen für Führungskräfte zur Integration älterer Mitarbeiter und dem Führen von altersgemischten Teams

       Altersgerechte Weiterbildungsangebote und individuelle Förderung älterer Kollegen

       Anreizsysteme und konkrete Instrumente zur Weitergabe von Fachwissen, praktischem Knowhow und Erfahrungswerten

       Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, zur Arbeitsergonomie und zum Arbeitsschutz, die das Alter berücksichtigen

Damit ein solches Konzept erfolgreich eingeführt und nachhaltig umgesetzt werden kann, müssen sowohl die Führungskräfte als auch die Mitarbeiter in die Maßnahmen eingebunden sein.

Die Personalabteilung sollte zwar diejenige sein, die das Konzept ausarbeitet und die verschiedenen Instrumente organisiert. Die Geschäftsleitung muss die Prozesse unterstützen und mittragen.

Aber entscheidend ist letztlich, dass die Führungskräfte das Konzept im Tagesgeschäft umsetzen. Sie sind gefragt, wenn es darum geht, Vorurteile abzubauen, die Integration voranzubringen und den Teamgeist zu fördern.

Wie haben es ältere Mitarbeiter im Arbeitsalltag leichter?

Bloß weil jemand die 50- oder 60-Jahre-Marke überschritten hat, gehört er nicht automatisch zum klapprigen, alten Eisen. Aber das Lebensalter macht sich nun einmal bemerkbar. Es liegt daher in der Natur der Sache, dass ältere Mitarbeiter zum Teil nicht mehr ganz so belastbar sind wie die jüngeren Kollegen.

Dabei gibt es verschiedene Ansatzpunkte, um ein effizientes Arbeiten zu unterstützen, die Motivation zu fördern und die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz zu erhöhen.

Gesundheitsfördernde Gestaltung des Arbeitsplatzes

Am Arbeitsplatz von älteren Mitarbeitern sollte es eine Beleuchtung geben, die hell genug ist, aber nicht blendet und auch gedimmt werden kann. Als Ergänzung zum Tageslicht sollten deshalb hochwertige künstliche Lichtquellen zum Einsatz kommen.

Zugluft und Kälte empfindet vermutlich niemand als angenehm. Regelmäßiges Stoßlüften verhindert, dass die Luft im Raum zu trocken wird. Ergonomische Büromöbel fördern eine bequeme Haltung.

Bildschirmpausen zwischendurch erlauben eine effektive Erholung und fördern die Konzentrationsfähigkeit. Ältere Mitarbeiter verfügen zwar über eine ausgeprägte Leistungsfähigkeit, brauchen aber tendenziell öfter mal kurze Pausen.

Ein Balkon, eine Terrasse, eine Kaffeeküche oder ein kleiner Pausenraum stellen einen Ort bereit, an den sich Mitarbeiter zurückziehen können, die einen Moment lang durchschnaufen wollen.

Ruhige Arbeitsumgebung

Mit zunehmendem Alter lässt die Konzentrationsfähigkeit oft nach. Vor allem ältere Mitarbeiter profitieren deshalb von einer ruhigen Arbeitsumgebung ohne ständige Ablenkungen. Teambesprechungen und Diskussionsrunden sollten deshalb zu festen Zeitpunkten in einem separaten Raum erfolgen.

Eine Überlegung kann außerdem sein, die Arbeitsplätze nach Aufgabenbereichen einzuteilen. Ein Kollege, der stetig telefoniert oder Kunden empfängt, sollte sich das Büro zum Beispiel nicht mit einem Mitarbeiter teilen müssen, der sich ausschließlich um die schriftliche Korrespondenz kümmert.

Gleit- und Teilzeit

Oft sind ältere Mitarbeiter familiär eingebunden. Können sie ihre Arbeitszeiten flexibler gestalten, erhöht das die Zufriedenheit.

Teilweise möchten oder müssen ältere Arbeitnehmer im Berufsleben bleiben. Trotzdem würden sie gerne etwas kürzertreten. Bietet ein Arbeitgeber die Möglichkeit an, das Arbeitspensum dauerhaft zu reduzieren, führt das zu einer höheren Leistungsbereitschaft und mehr Motivation.

Generell ist ein Unternehmen gut beraten, wenn es klar kommuniziert, dass der Wechsel von einer Vollzeit- in eine Teilzeitstelle möglich ist. Denn auf diese Weise bleiben die erfahrenen Fachkräfte erhalten, die eine Vollzeitstelle nicht mehr bewältigen können oder wollen.

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Sabine Nauer - Trainingsentwickler und Beraterin in Personalentwicklung, Michael Patzek - Personalreferent, Maike Müller - Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan - Redakteurin, Unternehmerin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.

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