Karrierechancen

Karrierechancen

 

Für viele Arbeitnehmer gehört die Größe eines Unternehmens zu den Auswahlkriterien. Schließlich verspricht ein großer Konzern mehr Sicherheit im Hinblick auf die Arbeitsplätze als ein mittelständischer Betrieb oder ein kleines Familienunternehmen.

Zudem lässt ein Großkonzern umfangreichere Sozialleistungen und oft auch ein deutlich höheres Gehalt erwarten. Auch was die Aufgabenbereiche und die Arbeit auf internationaler Ebene angeht, hat ein großes Unternehmen oft mehr zu bieten.

Aber wie sieht es eigentlich mit den Karrierechancen aus?

Kann ein Mitarbeiter in einem großen, international aufgestellten Konzern die Karriereleiter schneller und höher hinaufklettern als in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen?

 

Große Unternehmen machen sich gut im Lebenslauf.

Große, namhafte Unternehmen sind zweifelsohne attraktive Arbeitgeber. Durch ihre Erfahrung stehen sie für eine solide Ausbildung, gute Weiterentwicklungsmöglichkeiten und vielfältige Tätigkeitsbereiche. Standorte außerhalb Deutschlands bieten die Chance, internationale Luft zu schnuppern und mit verschiedensten Geschäftspartnern zusammenzuarbeiten oder selbst Berufspraxis im Ausland zu sammeln.

Klar geregelte Abläufe, verbindliche Richtlinien und nachvollziehbare Kontrollmechanismen bilden eine zuverlässige Orientierungsgrundlage und schaffen effektive Strukturen. Von den Erfahrungen und Erkenntnissen, die ein Arbeitnehmer während seiner Tätigkeit für einen Großkonzern gewinnt, kann er während seiner gesamten Berufslaufbahn profitieren, denn immerhin hat er buchstäblich von den ganz Großen gelernt.

Für den Arbeitnehmer hat eine Anstellung bei einem großen Unternehmen aber auch eine ganz praktische Seite: Je größer ein Unternehmen ist, desto mehr Arbeitsplätze in verschiedenen Bereichen sind vorhanden. Sollte ein Unternehmensbereich umstrukturiert werden oder sollte der Arbeitsnehmer den Arbeitsplatz wechseln wollen, beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen oder um Arbeit und Familie besser unter einen Hut zu bekommen, ist oft eine interne Versetzung möglich.

Ein weiterer Aspekt ist, dass ein großer Arbeitgeber vielfach nicht nur höhere Löhne und Gehälter bezahlt, sondern sich auch bei Zusatzleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Prämien, Mitarbeiterbeteiligungen oder der betrieblichen Altersvorsorge spendabler zeigt. Und nicht zuletzt macht es mit Blick auf die weitere Berufslaufbahn einfach mehr her, wenn ein Arbeitgeber im Lebenslauf steht, der jedem sofort ein Begriff ist.

 

Mittelständische und kleine Unternehmen bieten flachere Hierarchien.

Mittelständische und kleine Unternehmen können hingegen mit flacheren Hierarchien punkten. Das Betriebsklima ist oft wärmer, mitunter fast familiär. Die einzelnen Unternehmensbereiche arbeiten enger zusammen und oft kann der Mitarbeiter neben seinem eigenen Aufgabenbereich auch in andere Tätigkeitsfelder hineinschnuppern.

Zudem sind die Betriebsabläufe meist nicht starr reglementiert und auch die Kontrollprozesse sind lockerer. Dadurch eröffnet sich mehr Freiraum für kreatives Arbeiten. Der Mitarbeiter muss oft nicht jede Entscheidung erst von oben absegnen lassen, kann eigenverantwortlicher agieren und eher seine eigenen Ideen einbringen und umsetzen.

Die Weiterbildungsmöglichkeiten, die ein mittelständisches oder kleines Unternehmen bietet, sind zwar häufig nicht so umfangreich wie bei einem Großkonzern. Dafür kann ein Mitarbeiter, der sich motiviert und engagiert zeigt, in aller Regel schneller verantwortungsvollere und anspruchsvollere Aufgaben übernehmen. Der Chefsessel wird in einem kleinen Unternehmen zwar in vielen Fällen unerreichbar bleiben und selbst in einem mittelständischen Unternehmen sind die möglichen Karrierestufen begrenzt.

Kommt es dem Mitarbeiter aber nicht unbedingt auf die Bezeichnung seiner Position, sondern in erster Linie auf seinen Aufgaben- und Verantwortungsbereich an, ist er in einem kleineren Unternehmen oft besser aufgehoben als in einem großen Konzern.

 

Karrierechancen sind keine Frage der Unternehmensgröße.

Eine pauschale Antwort auf die Frage, wo die Karrierechancen besser sind, kann es nicht geben. Sowohl große Konzerne als auch mittelständige Betriebe und kleine Unternehmen bieten die Möglichkeit, die Karriereleiter hinaufzuklettern. Je größer ein Unternehmen ist, desto vielfältiger sind die Weiterbildungsangebote und die Tätigkeitsbereiche.

Auf der anderen Seite braucht der Mitarbeiter mit steigender Unternehmensgröße auch einen zunehmend längeren Atem. Es dauert einfach seine Zeit, bis ein Mitarbeiter in einem großen Konzern alle Stufen durchlaufen hat, die für die nächste Karriereetappe notwendig sind.

Im Unterschied dazu wird der Mitarbeiter in einem kleineren Unternehmen zwar vielleicht keine so klangvollen Positionsbezeichnungen wie Abteilungsleiter oder Manager tragen, dafür aber in deutlich kürzerer Zeit die Möglichkeit bekommen, sein Wissen und Können eigenverantwortlich unter Beweis zu stellen. Letztlich ist also entscheidend, wie der Arbeitnehmer Karriere für sich definiert und worin er seine Karriereziele sieht.

Außerdem ist wichtig, dass sich der Arbeitnehmer treu bleibt. Wenn er sich zu sehr verbiegt und zu viele Kompromisse macht, wird er sein gesamtes Leistungspotenzial nicht ausschöpfen können. Damit steht er sich in Sachen Karrierechancen aber am Ende selbst im Weg.

Der Arbeitnehmer sollte sich also im Vorfeld Gedanken darüber machen, wohin sein Weg führen soll. Außerdem sollte er bereits im Einstellungsgespräch klären, welche Weiterentwicklungsmöglichkeiten es gibt und wie die innerbetrieblichen Strukturen aufgebaut sind.

So kann er für sich abschätzen, ob er es sich vorstellen kann, seine Karriereziele bei diesem Unternehmen in Angriff zu nehmen.

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Inhaber bei Internetmedien Ferya Gülcan
Sabine Nauer, 38 Jahre, Trainingsentwickler und Berater Personalentwicklung, Michael Patzek, 44 Jahre, Personalreferent, Maike Müller, 41 Jahre, Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.
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