Gehaltserhöhung

Gehaltserhöhung

 

Einerseits muss ein Unternehmen wirtschaftlich denken und handeln. Andererseits wird es nach Mitteln und Wegen suchen, um gute Leistungen seiner Mitarbeiter angemessen zu honorieren.

Denn wenn bei den Mitarbeitern der Eindruck entsteht, dass ihre Arbeitsleistung als selbstverständlich hingenommen wird, werden viele von ihnen früher oder später zum berühmt-berüchtigten Dienst nach Vorschrift übergehen.

Für den langfristigen Unternehmenserfolg sind motivierte Mitarbeiter, die sich aktiv einbringen und ihre gesamtes Leistungspotenzial abrufen, aber unabdingbar.

Eine Möglichkeit, um besondere Leistungen zu honorieren und die weitere Motivation zu fördern, sind finanzielle Anreize. Sie können aus einer Bonuszahlung, einer Gehaltserhöhung oder auch aus freiwilligen Zusatzleistungen bestehen.

 

Bonuszahlungen

Bonussysteme sind ein gängiges Mittel, um die Mitarbeiter zu mehr Leistung anzuspornen. Dabei werden klare Ziele vorgegeben und wenn ein Mitarbeiter oder eine Ableitung die Zielvorgaben im vorher festgelegten Zeitraum erreicht, folgt eine Sonderzahlung.

Meist ist es dabei so, dass die Prämie umso höher ausfällt, je besser die erbrachten Leistungen waren. Durch Bonussysteme werden die Mitarbeiter darin bestärkt, noch engagierter zu arbeiten. Schließlich erfahren sie eine monetäre Wertschätzung für ihren Einsatz. Allerdings haben Bonussysteme zwei Schattenseiten: Zum einen sind Prämien nur ein kurzfristiger oder jedenfalls zeitlich begrenzter Ansporn.

Wurden die Zielvorgaben erreicht und ist die Bonusauszahlung erfolgt, geht es zurück zum Anfang. Das Unternehmen muss also wieder eine Prämie in Aussicht stellen, um die Mitarbeiter auch im nächsten Zeitraum zu Höchstleistungen anzuspornen.

Gerade bei hohen Prämien besteht aber die Gefahr, dass es Mitarbeiter zwischendurch etwas ruhiger angehen lassen, weil sie eine weitere Bonuszahlung direkt im Anschluss auch einmal aussetzen können. Sind die Prämien hingegen zu niedrig, ist er Ansporn möglicherweise nicht groß genug.

Zum anderen können Bonussysteme genau das Gegenteil dessen bewirken, wofür sie eigentlich gedacht sind. Gelingt es einem Mitarbeiter oder einer Abteilung nicht, die Zielvorgaben zu erreichen und bleiben folglich auch die Bonuszahlungen aus, kann dies auf Dauer zu Frust und Selbstzweifeln führen.

Die Folge davon ist, dass die Motivation immer weiter sinkt und die Mitarbeiter irgendwann aufgeben, weil sie ohnehin nicht mehr daran glauben, in den Genuss der Prämien zu kommen.

 

Gehaltserhöhung

Hat ein Mitarbeiter besonders gute Leistungen erbracht, kann sein Arbeitgeber dies mit einer Gehaltserhöhung honorieren. Dabei kann die Gehaltserhöhung als alleinige Maßnahme erfolgen. Möglich ist aber auch, die Gehaltserhöhung mit dem Übertragen eines neuen, erweiterten Aufgabenbereichs oder einer Beförderung zu kombinieren.

Anders als bei einer Bonuszahlung profitiert der Mitarbeiter nicht nur von einer einmaligen Prämie, sondern bei einer Gehaltserhöhung kann er sich über ein dauerhaftes Mehr auf seinem Lohnzettel freuen. Genau hier liegt aber der Minuspunkt. Ein höheres Gehalt als Anerkennung für die guten Leistungen wird den Mitarbeiter natürlich freuen und motivieren. Allerdings wird die Motivation nicht ewig anhalten.

Dies liegt zum einen daran, dass der Mitarbeiter die Gehaltserhöhung als Belohnung für seine bereits erbrachten Leistungen versteht. Eine Gehaltserhöhung legt den Fokus also eher auf die Vergangenheit, ist aber weniger auf die Zukunft ausgerichtet. Zum anderen wird das höhere Entgelt schnell normal. Für den Mitarbeiter bedeutet die Gehaltserhöhung, dass er ab jetzt eben mehr verdient als zuvor.

Gleichzeitig wird ihm klar sein, dass einige Zeit vergehen wird, bis möglicherweise die nächste Gehaltserhöhung zur Debatte steht. In Sachen Mitarbeiterbindung kann eine Gehaltserhöhung deshalb durchaus ein probates Mittel sein. Mit Blick auf die Motivation kann eine Gehaltserhöhung funktionieren, aber genauso gut auch nach hinten losgehen.

 

Freiwillige Zusatzleistungen

Die Palette an Zusatzleistungen, die ein Unternehmen auf freiwilliger Basis anbieten kann, ist riesig.

 

Möglich sind beispielsweise

  • flexible Arbeitszeitmodelle,
  • zusätzliche Urlaubstage,
  • Weiterbildungsangebote und Coachings,
  • ein firmeneigener Kindergarten samt Kita,
  • Versicherungsleistungen wie eine betriebliche Altersvorsorge oder vermögenswirksame Leistungen,
  • Dienstwagen, Laptop und Firmenhandy,
  • eine kostenfreie oder sehr kostengünstige Verpflegung in der Betriebskantine,
  • Sport- und Gesundheitsangebote,
  • Tank- und andere Gutscheine

 

Freiwillige Zusatzleistungen schaffen einerseits ein angenehmes Arbeitsumfeld und erhöhen andererseits die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber. In der Folge wirkt sich dies auch positiv auf die Motivation der Mitarbeiter aus, denn wenn Mitarbeiter mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden sind und sich dort gut aufgehoben fühlen, zeigen sie auch mehr Leistungsbereitschaft.

Außerdem werden das Zugehörigkeitsgefühl und die Identifikation mit dem Arbeitgeber bestärkt. Dadurch wiederum sinkt die Gefahr, dass versierte Mitarbeiter und junge Talente zur Konkurrenz abwandern.

Freiwillige Zusatzleistungen als Bestandteil der Gesamtvergütung bringen jedem einzelnen Mitarbeiter geldwerte Vorteile, werden aber unabhängig von der Einzelleistung allen Mitarbeitern gleichermaßen gewährt. Problematisch an den Sonderleistungen kann sein, dass sie recht schnell als selbstverständlich wahrgenommen werden können.

Zudem kann das Unternehmen die Leistungen kaum wieder stoppen, denn wenn sie über einen gewissen Zeitraum regelmäßig gewährt wurden, verwandeln sie sich in betriebliche Leistungen und auf betriebliche Leistungen haben Mitarbeiter einen Rechtsanspruch.

 

Fazit

Welche finanziellen Anreize den höchsten Motivationsfaktor haben, lässt sich pauschal nicht sagen. Eine Gehaltserhöhung ist eine direkte Anerkennung für die Leistungen eines Mitarbeiters. Eine Prämie ist ebenfalls eine direkte Honorierung für die Leistungen, die ein Mitarbeiter oder ein Mitarbeiterteam erbracht hat.

Im Unterschied dazu profitiert die gesamte Belegschaft von freiwilligen Zusatzleistungen und den daraus resultierenden mitarbeiterfreundlichen Arbeitsbedingungen. Allen Ansätzen ist gemeinsam, dass sie wirkungsvolle Instrumente der Mitarbeitermotivation sein können, die Motivationswirkung nach einiger Zeit aber spürbar nachlassen kann.

Letztlich muss deshalb jedes Unternehmen abwägen und für sich selbst entscheiden, welche Maßnahmen die Motivation der eigenen Mitarbeiter langfristig fördern können.

 

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Inhaber bei Internetmedien Ferya Gülcan
Sabine Nauer, 38 Jahre, Trainingsentwickler und Berater Personalentwicklung, Michael Patzek, 44 Jahre, Personalreferent, Maike Müller, 41 Jahre, Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.

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