Sind Führungskompetenzen erlernbar? Teil 2

Sind Führungskompetenzen erlernbar? Teil 2

Es gibt Fachkräfte, die klare berufliche Ziele haben und darauf hinarbeiten, irgendwann zur Führungskraft aufzusteigen. Andere Mitarbeiter werden eher zufällig und unerwartet mit einer Beförderung beglückt. In beiden Fällen muss sich die Führungskraft aber in ihrer neuen Rolle zurechtfinden. Dabei hat die Führungskraft an sich selbst den Anspruch, eine gute Führungskraft zu sein. Genauso erwarten sowohl ihr Team als auch die Geschäftsführung, dass sie einen guten Job als Vorgesetzter macht.

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Sind Führungskompetenzen erlernbar Teil 2

Doch was zeichnet eine gute Führungskraft aus? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sind dafür notwendig? Und sind Führungskompetenzen überhaupt erlernbar oder muss es jemand im Blut haben, Chef zu sein? Solchen Fragen gehen wir in einem zweiteiligen Beitrag nach.

Dabei haben wir in Teil 1 erklärt, ob es möglich ist, sich Führungskompetenzen anzueignen. Außerdem haben wir aufgezeigt, worauf die Führungskraft achten sollte, wenn sie Führung lernen will.

Hier ist Teil 2!:

Was schließt Führungskompetenz ein?

Als Oberbegriff bündelt Führungskompetenz die Fähigkeiten einer Führungskraft, die notwendig sind, um Mitarbeiter anzuleiten, zu motivieren und gemeinsam bestimmte Ziele zu erreichen. In diesem Sinne ist Führungskompetenz gleichbedeutend mit Begriffen wie Weisungsbefugnis oder Leitungsqualität.

Dabei ist Führungskompetenz keine Eigenschaft, die für sich alleine steht. Vielmehr kommen verschiedene Eigenschaften, Fähigkeiten und Kenntnisse zusammen, die im Ergebnis in einer gelungenen und erfolgreichen Führungsarbeit münden.

Für die Führungskraft heißt das, dass sie vor allem an ihren Soft Skills arbeiten muss. Denn soziale Kompetenzen sind die Grundlage, um Mitarbeiter zu formen, zu begeistern und ihren Teamgeist zu wecken.

Führungskompetenz kann sich aber auch aus der Hierarchie ableiten. In diesem Sinne hat der Vorgesetzte allein aufgrund seiner Position Führungskompetenz.

Weil er also zum Beispiel als Abteilungsleiter eine Führungsposition hat, ist er befugt, Anweisungen zu geben, Entscheidungen zu treffen und Ziele zu definieren.

Was sind die wichtigsten Führungskompetenzen?

Die Liste an Eigenschaften und Fähigkeiten, die eine gute Führungskraft ausmachen, ist sehr lang. Empathie, Menschenkenntnis, Durchsetzungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Kritikfähigkeit, Weitblick, Verhandlungsgeschick oder Flexibilität sind nur ein paar Beispiele.

Alle persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen aufzuzählen, die wünschenswert und nützlich sind, würde eine schier endlos lange Liste entstehen lassen.

Wichtiger als einzelne Faktoren ist aber ohnehin, dass die Führungskraft ihren eigenen, individuellen Führungsstil entwickelt. Natürlich kann sie sich dabei an den gängigen Mustern orientieren.

Doch es bringt nichts, wenn sie krampfhaft versucht, einen Führungsstil umzusetzen, der nicht ihrem Naturell entspricht. Eine gute Führungskraft macht auch aus, dass sie glaubwürdig ist und nicht vorgibt, jemand zu sein, der sie eben nicht ist.

Eine Führungspersönlichkeit kennzeichnet, dass sie auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter eingeht, ohne dabei die Unternehmensziele aus dem Blick zu verlieren. Sie vermag es, die Stärken ihres Teams zu erkennen, geschickt einzusetzen und zu fördern, um so das Potenzial optimal auszuschöpfen.

Ihr gelingt es, jedem Mitarbeiter die Aufgaben zuzuweisen, die ihn gut aussehen lassen. Genau das macht dann auch den Unterschied zwischen einem echten Leader und einem Vorgesetzten aus, der nur in der Hierarchie weiter oben steht.

Wie wird die Führungskraft zu einer Führungspersönlichkeit?

Die Erkenntnis, dass die Führungskraft ihre Kompetenzen weiter ausbauen und echtes Führen verinnerlichen möchte, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Selbstreflexion ist nämlich eine wichtige Fähigkeit, um sich sowohl beruflich als auch persönlich weiterzuentwickeln.

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Was die Führungspersönlichkeit angeht, so sind drei Aspekte besonders wichtig. Der erste Punkt ist das konstruktive Feedback. Eine Führungskraft sollte in der Lage sein, konstruktiv zu kritisieren. Dabei geht es nicht darum, einen Mitarbeiter bloßzustellen, ihm Vorwürfe zu machen oder ihm verärgert seine Fehler vorzuhalten.

Das Ziel muss vielmehr sein, die Kritik so anzubringen, dass der Mitarbeiter sie nachvollziehen, annehmen und für sich umsetzen kann. Die Führungskraft sollte also aufzeigen, was schiefgelaufen ist und gleichzeitig vermitteln, wie es in Zukunft besser gehen kann. Dabei müssen Respekt und Wertschätzung mitschwingen.

Der zweite Punkt ist ein gutes Konfliktmanagement. Auch in einem harmonischen Team bleiben gelegentliche Unstimmigkeiten nicht aus. Die Führungskraft muss sich zwar nicht wegen jeder Kleinigkeit einmischen.

Aber sie darf eben auch nicht wegsehen und darauf hoffen, dass sich die Unstimmigkeit nicht zu einem größeren Konflikt hochschaukelt. Als Leiter eines Teams gehört es zu den Aufgaben der Führungskraft, sachlich zu vermitteln und Strategien anzubieten, wie die Probleme gelöst werden können.

Als dritter Punkt kommt die Bereitschaft für Veränderungen dazu. Die Führungskraft sollte die Offenheit haben, neue Wege auszuprobieren. Bloß weil sie eine Methode seit Jahren anwendet, heißt das noch lange nicht, dass ein anderer Ansatz nicht genauso gut oder sogar noch besser funktionieren kann.

Aber auch Veränderungen im Unternehmen machen es notwendig, dass die Führungskraft ihr Team durch die neuen Prozesse lotst und als verlässlicher Ansprechpartner begleitet.

Wie kann die Führungskraft ihre Führungsstärke weiter ausbauen?

Es gibt Führungskräfte, die in ihrer Rolle aufgehen und dafür wie geboren scheinen. Andere Führungskräfte finden nur schwer in ihre Position hinein, fühlen sich unwohl und geraten durch die Führungsaufgaben ins Straucheln. Dabei lässt sich eine starke Führungskraft an einigen wenigen Punkten festmachen.

Zu diesen Punkten gehört Selbstdisziplin. Eine gute Führungskraft weiß um ihre Vorbildfunktion und lebt die Werte vor, die sie von ihrem Team erwartet.

Wenn die Führungskraft will, dass ihre Mitarbeiter motiviert und engagiert ans Werk gehen, sich einbringen und ihr Bestes geben, muss sie sich genauso verhalten. Wie will die Führungskraft andere führen, wenn sie selbst lust- und orientierungslos wirkt?

Doch ein Vorbild zu sein, heißt nicht, dass sich die Führungskraft als Maß aller Dinge sieht. Stattdessen kennt sie ihr Team so gut, dass sie weiß, was und wie viel sie vom jeweiligen Mitarbeiter verlangen kann.

Dazu gehört auch, dass die Führungskraft offen, fair und auf Augenhöhe kommuniziert. Sie muss weder herumkommandieren noch ihre Macht zur Schau stellen, um vom Team respektiert zu werden.

Ein weiterer Punkt ist Loyalität in beide Richtungen. Eine gute Führungskraft setzt sich dafür ein, dass das Unternehmen erfolgreich ist und die übergeordneten Ziele erreicht. Aber sie ist auch ihrem Team gegenüber loyal, steht hinter ihm und stärkt ihm den Rücken. Sie ist ein zuverlässiger Partner, der sich als Teil des Teams versteht und das Ruder so in der Hand hält, dass alle gemeinsam Erfolge erzielen.

Der vielleicht wichtigste Punkt ist aber, dass eine gute Führungskraft bereit ist, sich stetig weiterzuentwickeln. Sie möchte ihren Horizont erweitern, Neues dazulernen und Verbesserungen erzielen.

Sie kennt ihre Schwächen und macht auch Fehler. Doch sie hat die Größe, ihre Fehler einzugestehen und daraus zu lernen.

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Sabine Nauer, 38 Jahre, Trainingsentwickler und Berater Personalentwicklung, Michael Patzek, 44 Jahre, Personalreferent, Maike Müller, 41 Jahre, Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.

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