Stress im Beruf durch Achtsamkeit entgegenwirken

Stress im Beruf durch Achtsamkeit entgegenwirken

Unzählige Termine, sehr knappe Fristen, ständig Zusatzaufträge, Unstimmigkeiten mit den Kollegen oder dem Chef, etliche Briefe und E-Mails, die beantwortet werden wollen: Für viele Beschäftigte ist Stress auf der Arbeit ein fester Bestandteil des Berufsalltags. Und die Palette an Situationen, die den Stresspegel in die Höhe treiben können, ist groß. Stress als solches ist dabei nicht grundsätzlich schlecht. Ganz im Gegenteil ist Stress bis zu einem gewissen Grad sogar förderlich. Denn er steigert die Leistungsfähigkeit und hilft dabei, über sich hinauszuwachsen.

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Stress im Beruf durch Achtsamkeit entgegenwirken

Doch wenn der Leistungsdruck und die Überbelastung zum Dauerzustand werden, kippt die Situation irgendwann. Die Motivation sinkt, das Engagement nimmt ab und die Arbeitsleistung verschlechtert sich. Zusätzlich dazu beeinträchtigt der Dauerstress die psychische und die körperliche Gesundheit. Im schlimmsten Fall macht die Arbeit dann krank.

Anzeichen für zu viel Stress im Job

Wer selbst unter Dauerstress steht, schätzt die Situation oft nicht richtig ein. So mancher Betroffene ignoriert die Signale, ein anderer möchte sich selbst vielleicht nicht eingestehen, dass er überfordert ist. An diesem Punkt ist auch der Arbeitgeber gefragt.

Als Außenstehender kann der Chef in vielen Fällen besser erkennen, wenn seine Mitarbeiter zu gestresst sind. Dabei lassen sich die Warnhinweise in zwei Gruppen einteilen.

Auf der einen Seite gibt es die körperlichen Signale. Der betroffene Mitarbeiter wirkt vielleicht müde und kann sich schlecht konzentrieren. Er schafft die gewohnte Arbeitsleistung nicht oder ihm unterlaufen vermehrt Fehler. Möglicherweise meldet er sich auch häufiger krank.

Die andere Seite sind die geistigen Anzeichen. Ein Signal kann sein, dass der Mitarbeiter plötzlich ein deutlich verändertes Verhalten an den Tag legt, schlecht gelaunt und überreizt ist.

Er kommt nicht mit Kritik zurecht und kann selbst mit harmlosen Feedbacks kaum umgehen. Vielleicht zieht er sich auch immer weiter zurück und geht den sozialen Kontakten am Arbeitsplatz zunehmend aus dem Weg.

Innere Einstellung und richtige Balance

Am Arbeitsplatz sind es nicht nur Leistungs- und Zeitdruck oder andere äußere Reize, die Stress auslösen können. Genauso kann die innere Einstellung die Ursache dafür sein, dass ein Mitarbeiter das Gefühl hat, ihm würde alles über den Kopf wachsen. Selbstzweifel und Versagensängste sind typische Ursachen, die blockieren können.

In der Geschäftswelt weht bisweilen ein rauer Wind. Ist ein Mitarbeiter von Haus aus eher zurückhaltend, können die Mischung aus Druck und Unsicherheit schon in banalen Situationen echte Probleme bereiten.

Soll der Mitarbeiter zum Beispiel ein Telefonat führen, befürchtet er, er könnte sich versprechen oder ins Stottern geraten und sich dadurch lächerlich machen. Solche Gedanken setzen sich im Kopf fest und lassen den Stresspegel stetig steigen. Jedes neue Telefonat wird so zur immer größeren Herausforderung.

Um den Kreislauf zu durchbrechen, hilft in aller Regel nur, umzudenken und die innere Haltung zu ändern. Experten bezeichnen das als Mindset-Shift. Mut und Selbstvertrauen aufzubauen, klappt natürlich nicht über Nacht.

Vielmehr muss der Betroffene bereit sein, sich seinen Ängsten zu stellen und sie zu überwinden. Außerdem muss er lernen, sich nicht gleich entmutigen zu lassen, sondern auch die kleinen Erfolge zu sehen und für sich zu verbuchen.

Generell ist die innere Haltung ein Schlüssel im Umgang mit Stress. Und hier zählt vor allem der Glaube an sich selbst.

Wer mit sich selbst zufrieden ist und seine eigenen Leistungen anerkennt, ist auch in der Lage, Grenzen zu setzen, Pausen zu machen und Stopp zu sagen, wenn es zu viel wird. Außerdem kann jemand, der mit sich selbst im Reinen ist, besser mit anderen umgehen.

Wenn es darum geht, übermäßigen Stress am Arbeitsplatz zu vermeiden, sind aber auch die Führungskräfte und Vorgesetzten gefragt. Sie sollten mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie zum Beispiel Pausen nicht nur erlauben, sondern sich selbst ebenso Pausen gönnen.

Wichtig ist zudem, dass eine Führungskraft regelmäßig prüft, wie die Arbeitsbelastung ihrer Mitarbeiter ist. Für ein erfolgreiches Arbeiten ist zu viel Druck genauso schädlich wie zu wenig. Es gilt also, das richtige Maß zu finden. Offene Gespräche, das Berücksichtigen von Stärken und Schwächen und das Wissen darüber, welche Faktoren den jeweiligen Mitarbeiter motivieren, sind dabei wesentliche Mittel.

Stress im Beruf durch Achtsamkeit entgegenwirken

Der Begriff Achtsamkeit, neudeutsch auch Mind-Fullness genannt, bezeichnet im Prinzip einen Zustand des Bewusstseins. Es geht um eine Methode, die darauf abzielt, sich ganz bewusst auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren und die Umgebung mit allen fünf Sinnen wahrzunehmen. Entsprechende Übungen sollen dabei helfen, Ängste abzubauen, Stress besser zu bewältigen und die Konzentration zu steigern.

Dabei sind die Achtsamkeitsübungen sehr einfach und jederzeit durchzuführen. Direkt am Arbeitsplatz zum Beispiel kann sich der Betroffene einen Moment zurücklehnen, tief ein- und ausatmen und seine Umgebung auf sich wirken lassen. Die Idee ist, alle Eindrücke wahrzunehmen.

Was sieht, hört und riecht der Betroffene? Das bewusste Konzentrieren auf die Situation hilft dabei, ruhiger zu werden und die Sinne zu justieren. Wichtig ist aber, keine Wertungen vorzunehmen und sich tatsächlich nur auf eine Sache zu fokussieren. Achtsamkeit und Multitasking lassen sich nicht miteinander vereinen.

Eine andere Möglichkeit sind meditative Übungen, die auf Achtsamkeit basieren. Hier geht es darum, seine Gedanken schweifen zu lassen und jeden Gedanken, der aufkommt, anzunehmen.

Die einzelnen Gedanken sollten nicht beurteilt, analysiert, verglichen, hinterfragt oder in Zusammenhänge gesetzt werden. Stattdessen ist das Ziel, den Moment bewusst wahrzunehmen, um so Stresssituationen besser begegnen zu können.

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Sabine Nauer - Trainingsentwickler und Beraterin in Personalentwicklung, Michael Patzek - Personalreferent, Maike Müller - Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan - Redakteurin, Unternehmerin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.

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