Was unterscheidet Führung von Management?

Was unterscheidet Führung von Management?

Während die Führung Ergebnisse liefert, sorgt das Management dafür, dass der Betrieb weiterläuft. Doch was unterscheidet Führung von Management konkret? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Kann jemand Führungskraft und Manager in einem sein? Und was heißt das für die Ausbildung?

Was unterscheidet Führung von Management

Werfen wir einen Blick auf den Arbeitsalltag von Führungskräften und Managern, stellen wir fest, dass es einfache und komplexe Herausforderungen gibt.

Um einfache Herausforderungen zu meistern, können wir auf erlernte und bewährte Methoden zurückgreifen, selbst wenn das Problem vielschichtiger ist. Bei komplexen Herausforderungen sieht es anders aus.

Weil sie sich zum ersten Mal stellen, existieren noch keine üblichen Reaktionen, erprobten Instrumente oder richtige und falsche Lösungen.

Ein Beispiel für eine einfache Herausforderung ist eine Unternehmensinsolvenz. Natürlich ist die Situation für die Betroffenen schwierig und für die Abwicklung der Insolvenz ist Fachwissen notwendig.

Aber es gibt klar geregelte Abläufe und zudem genug Erfahrungswerte, was im Insolvenzfall zu tun und was besser zu unterlassen ist. Im Unterschied dazu wäre eine komplexe Herausforderung, eine weltweite Wirtschaftskrise abzuwenden.

Legen wir diese Unterscheidung zwischen einfachen und komplexen Herausforderungen zugrunde, können wir auch zwischen Führung und Management unterscheiden.

Die Aufgaben von Management und Führung

Das Management ist dafür zuständig, Abläufe durchzuführen und zu überwachen, das Personalwesen zu regeln und den laufenden Betrieb sicherzustellen. Außerdem schafft das Management die Rahmenbedingungen, innerhalb derer die Mitarbeiter eigenständig agieren können.

Insgesamt geht es im Management also darum, erprobte und bewährte Maßnahmen bei bekannten und wiederkehrenden Herausforderungen umzusetzen.

Die Führung hingegen kümmert sich um noch nicht dagewesene Herausforderungen. Sie entscheidet darüber, wie mit neuen Problemen und unvorhergesehenen Ereignissen umgegangen wird.

Außerdem definiert sie die Richtung, in die es für das Unternehmen gehen soll. Doch dafür braucht es neben Mut oft auch die Bereitschaft, etwas zu verändern.

Führungskräfte müssen deshalb nicht selten viel Überzeugungsarbeit leisten, um Widerstände im Unternehmen zu überwinden.

Manager und Führungskraft in einem?

Was passiert, wenn Führung und Management miteinander verwechselt oder sogar gleichgesetzt werden? Die Folge können Fehlbesetzungen und schlimmstenfalls der Verlust von Top-Kräften sein.

Ein Beispiel: Angenommen, ein Manager soll Absatzkanäle in einem neuen Marktsegment erschließen und etablieren.

Weil er klassische Managementaufgaben wie das Koordinieren von Routinetätigkeiten bestens beherrscht, geht die Geschäftsleitung davon aus, dass er auch die Position als Führungskraft gut ausfüllen kann. Stößt der Manager in seiner neuen Position aber an seine Grenzen, leidet seine Motivation deutlich und nachhaltig.

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Gleichzeitig konnte die Geschäftsleitung eine wichtige Chance, das Unternehmen weiterzuentwickeln und voranzubringen, nicht nutzen. Letztlich steht das Unternehmen damit wieder am gleichen Punkt wie zuvor.

Und der Manager? Selbst wenn er wieder seinen vorhergehenden Aufgabenbereich übernimmt, kann sein Misserfolg noch lange nachwirken.

Andersherum werden einer Führungskraft immer mehr Managementaufgaben zugewiesen. Weil sie erfahren darin ist, Problemlösungen zu finden und neue Wege einzuschlagen, wird es ihr vermutlich nicht schwerfallen, sich das notwendige Wissen anzueignen und anzuwenden.

Allerdings fehlen ihr zunehmend die Ressourcen für ihre Führungsaufgaben. Dazu kommt, dass ihr Wunsch, zu führen und Veränderungen anzustoßen, angesichts der routinemäßigen, etablierten Abläufe im Management nicht umsetzbar ist.

Die Führungskraft verliert so zunehmend ihre Motivation und das Unternehmen womöglich eine engagierte Führungskraft.

Was unterscheidet Führung von Management (1)

Verschiedene Vorgänge

Ein anderer Aspekt, durch den sich Führung von Management unterscheidet, ist gewissermaßen der Charakter der Tätigkeiten. Das Management ist das, was der Manager macht.

Sobald jemand diese Position übernimmt, kann er die Abläufe managen, also steuern, durchführen und überwachen. Die Ergebnisse hängen in erster Linie davon ab, wie kompetent der Manager darin ist, die Methoden und Instrumente des Managements anzuwenden.

Die Führung hingegen ist weniger an eine Position gebunden. Es handelt sich vielmehr um einen Prozess, der darauf abzielt, Lösungen für neue Herausforderungen zu finden.

Die eigentliche Führungsarbeit besteht darin, diese Herausforderungen zu meistern. Das kann zwar durch eine Führungskraft, genauso aber auch durch ein Teammitglied erfolgen.

Denn nur weil jemand zur Führungskraft ernannt wird, ist nicht gesagt, dass er auch tatsächlich führt.

Führung bezeichnet also den Prozess, der ein bestimmtes Ergebnis liefert. Im Unterschied dazu arbeitet das Management mit den Ergebnissen, die durch bereits gemachte Erfahrungen vorhanden sind.

Folgen für die Personalentwicklung

Nachdem das Management mit Methoden arbeitet, die erlernbar sind, ist es möglich, Fachkräfte durch eine gezielte Ausbildung und ein entsprechendes Training auf die Managementaufgaben vorzubereiten.

Neben den methodischen Kompetenzen spielen dabei auch soziale Skills wie Durchsetzungsvermögen oder Empathie eine wichtige Rolle.

Bei den Führungskräften ist das etwas anders. Natürlich brauchen auch Führungskräfte Wissen aus dem Managementbereich. Aber allein eine Ausbildung und Training machen eine Fachkraft noch nicht zu einer guten Führungskraft.

Hier kommt es in erster Linie darauf an, die Stärken zu identifizieren, gezielt zu fördern und stetig weiterzuentwickeln.

Im Tagesgeschäft ist es nicht immer möglich, eine klare Grenze zwischen Führung und Management zu ziehen. Vorgesetzte sollten sowohl führen als auch managen können. Trotzdem gibt es Aufgaben, für die alle Mitarbeiter fit gemacht werden können, und Aufgaben, die Mitarbeitern mit besonderen Fähigkeiten vorbehalten bleiben.

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Dieses Wissen macht es möglich, die Personalentwicklung präziser zu steuern und dadurch sowohl die Mitarbeiterzufriedenheit als auch den Unternehmenserfolg langfristig zu steigern.

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Sabine Nauer - Trainingsentwickler und Beraterin in Personalentwicklung, Michael Patzek - Personalreferent, Maike Müller - Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan - Redakteurin, Unternehmerin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.

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