Wertschätzung am Arbeitsplatz

Wertschätzung am Arbeitsplatz

Überall wird davon gesprochen, wie wichtig Wertschätzung am Arbeitsplatz für die Motivation und die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist. Doch was heißt das eigentlich?

Die Forschung macht eine klare Ansage: Respekt, Anerkennung und Wertschätzung am Arbeitsplatz sind die stärksten und nachhaltigsten Motivatoren. Kein anderes Instrument wirkt sich so effektiv auf die Motivation und die Zufriedenheit aus, nicht einmal finanzielle Belohnungen.

Und eigentlich ist diese Erkenntnis nicht unbedingt verwunderlich. Denn ein wertschätzender Umgang gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Jeder möchte mit Respekt behandelt werden und seine Leistungen anerkannt und gewürdigt wissen.

Am Arbeitsplatz wiederum schafft die Wertschätzung die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Hat ein Mitarbeiter das Gefühl, dass er nicht einfach nur irgendeine, beliebig austauschbare Nummer in der Personaldatenbank ist, sondern dass er und seine Arbeit für das Unternehmen wichtig sind und geschätzt werden, steigt seine Motivation.

Gleichzeitig wird ein angenehmes Arbeitsumfeld gefördert, in dem sich die Mitarbeiter wohlfühlen. Die Folge davon wiederum ist, dass die Mitarbeiter ihren Job gerne machen, produktiver sind und sich stärker mit ihrem Arbeitgeber verbunden fühlen.

Umso erstaunlicher ist, dass gerade die Wertschätzung im beruflichen Miteinander oft zu kurz kommt. In Umfragen beklagen Mitarbeiter immer wieder, dass sie von ihrem Arbeitgeber nicht die Anerkennung und Aufmerksamkeit erhalten, die sie sich wünschen. Dabei kann es so einfach sein, Wertschätzung am Arbeitsplatz zu zeigen.

 

Wertschätzung am Arbeitsplatz – 4 Tipps

Um seinen Mitarbeitern zu vermitteln, wie wichtig sie und ihre Leistungen für das Unternehmen sind, bedarf es keiner großen Gesten. Oft sind es gerade die Kleinigkeiten, die die Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Doch was heißt das für die Praxis?

Hier sind vier Tipps:

 

Tipp 1: Aufmerksam sein.

Eine freundliche Begrüßung, ein nettes Lächeln bei der Begegnung auf dem Flur oder ein ehrlich gemeintes Dankeschön sind die ersten Schritte für einen wertschätzenden Umgang miteinander. Verspätet sich die Führungskraft zum vereinbarten Meeting, sollte sie ihre Mitarbeiter kurz darüber informieren.

In einem Gespräch sollte ihre volle Aufmerksamkeit dem Gesprächspartner gelten, und nicht der Uhr, dem Smartphone oder dem Computer. Durch solche Kleinigkeiten signalisiert die Führungskraft Aufmerksamkeit und damit auch Wertschätzung. Und auch wenn es banal klingt und eigentlich zu jeder guten Kinderstube gehört, kommen gerade solche selbstverständlichen Verhaltensweisen im hektischen Arbeitsalltag oft zu kurz.

 

Tipp 2: Zeitnah loben.

Wenn ein Auftrag erfolgreich beendet wurde, ein Projekt gut geklappt hat oder ein Ziel erreicht ist, sollte die Führungskraft ihrem Team ein Lob aussprechen. Dieses Lob sollte aber zeitnah erfolgen und sich konkret auf die jeweilige Situation beziehen. Denn wenn die Führungskraft pauschal und ohne echten Bezug jede Kleinigkeit lobt, geht die Wirkung verloren.

Neben dem Lob sollte die Führungskraft außerdem ihre Anerkennung für die Arbeitsqualität, die eingebrachten Ideen oder die erreichten Fortschritte kommunizieren. So praktiziert sie nicht nur Wertschätzung, sondern bringt gleichzeitig ihre Ansprüche und Erwartungen zum Ausdruck. Die Mitarbeiter wissen also einerseits, was die Führungskraft will, und andererseits, dass sie an dieser Stelle alles richtig gemacht haben.

In einem Team wird es immer wieder auch Mitarbeiter geben, die sich zwar nicht durch herausragende Leistungen auszeichnen, für den Zusammenhalt im Team aber sehr wichtig sind. Auch diese Mitarbeiter sollten in Sachen Lob und Anerkennung nicht zu kurz kommen.

Gleiches gilt für die Mitarbeiter, die eher im Hintergrund agieren und so dafür sorgen, dass alles läuft und andere Kollegen an vorderer Front glänzen können. Je besser die Führungskraft ihr Team kennt, desto besser kann sie die Fähigkeiten jedes einzelnen Mitarbeiters fördern. Und davon profitieren am Ende alle Beteiligten.

 

Tipp 3: Individuelle Belohnungen anstelle von Standardgeschenken.

Ein aufrichtiges Dankeschön und ehrliches Lob sind sehr viel wert. Auf Dauer wird das aber nicht ausreichen. Deshalb kann und sollte die Führungskraft hin und wieder auch auf echte Belohnungen zurückgreifen. Welche Maßnahmen hier am besten geeignet sind, hängt aber immer vom jeweiligen Mitarbeiter ab. So gibt es Mitarbeiter, die sich über materielle Dinge freuen.

Andere Mitarbeiter empfinden es als besondere Auszeichnung, wenn sie zum Mitarbeiter des Monats ernannt werden, einen eigenen Aufgabenbereich übertragen bekommen, an einer interessanten Weiterbildung teilnehmen oder an einem Projekt mitwirken können.

Und: Wenn ein Mitarbeiter Geburtstag hat, sollte es selbstverständlich sein, dass die Führungskraft gratuliert und ein kleines Geschenk überreicht. Das sollte aber nicht nur der obligatorische Blumenstrauß für die Mitarbeiterin und die Flasche Wein für den Mitarbeiter sein. Nimmt sich die Führungskraft die Zeit, um von Hand ein paar persönliche Worte in die Glückwunschkarte zu schreiben, hat das Geschenk gleich einen ganz anderen Stellenwert.

 

Tipp 4: Versprechen einhalten.

In den obligatorischen Mitarbeitergesprächen werden Ziele vereinbart. Und die Führungskraft erwartet, dass sich der Mitarbeiter an die Vereinbarungen hält. Andersherum sollte sie ihr Wort aber auch halten. Wenn sie ihrem Mitarbeiter beispielsweise einen neuen Aufgabenbereich, ein anderes Büro oder eine Weiterbildung zusichert, muss sie ihr Versprechen zeitnah umsetzen.

Vertröstet sie den Mitarbeiter immer wieder auf einen späteren Zeitpunkt, wird sich der Mitarbeiter irgendwann auf den Arm genommen fühlen. Mit der Motivation ist es dann oft dahin. Je schneller die Führungskraft die Anliegen und Wünsche ihrer Mitarbeiter in Angriff nimmt, desto deutlicher bringt sie zum Ausdruck, wie wichtig ihr das Team ist.

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Thema: Wertschätzung am Arbeitsplatz

 

Veröffentlicht von

Redakteure

Sabine Nauer, 38 Jahre, Trainingsentwickler und Berater Personalentwicklung, Michael Patzek, 44 Jahre, Personalreferent, Maike Müller, 41 Jahre, Trainingscoach für Führungskräfte schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.

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