Wie ein gutes Arbeitsklima entsteht, 1. Teil

Wie ein gutes Arbeitsklima entsteht, 1. Teil

Ein gutes Klima am Arbeitsplatz gehört zu den wichtigsten Faktoren für die Mitarbeiterzufriedenheit. Es fördert die Motivation und wirkt sich außerdem positiv auf die Gesundheit aus.

Nur: Wie entsteht eine gute Arbeitsatmosphäre?

Arbeitnehmer verbringen einen Großteil ihrer Zeit am Arbeitsplatz. Zumindest unter der Woche sind sie oft sogar länger mit ihren Kollegen und Vorgesetzten zusammen als mit ihrer Familie und den Freunden. Auch Hobbys und persönliche Interessen müssen für den Job häufig weit zurückgestellt werden. Umso wichtiger ist es deshalb, dass die Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen. Denn nur wenn sie sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen, bleiben die Zufriedenheit und die Motivation erhalten. Quälen sie sich hingegen jeden Morgen regelrecht zur Arbeit, leidet nicht nur die Einstellung, sondern auch die Gesundheit kann Schaden nehmen.

Ein ganz wesentlicher Faktor in diesem Zusammenhang ist die Arbeitsatmosphäre. Nicht umsonst werden Führungskräfte regelmäßig darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass sie für ein gutes Klima in ihrem Team sorgen. Die Frage ist nur, wie das gelingen kann. In einem zweiteiligen Beitrag gehen wir genau dieser Frage auf den Grund. Hier ist Teil 1!

 

Warum ein gutes Arbeitsklima so wichtig ist

Wenn früh morgens der Wecker klingelt, werden vermutlich nur die wenigstens voller Vorfreude auf den Arbeitstag aus dem Bett hüpfen. Und auch die Aussicht darauf, nach einer kurzen Dusche und einem schnellen Kaffee auf dem Weg zur Arbeit in einer überfüllten Straßenbahn zu sitzen oder zusammen mit all den anderen Pendlern im Stau zu stehen, löst eher wenig Vorfreunde aus.

Gleiches gilt für den Berg an Akten und Aufgaben, der schon auf dem Schreibtisch wartet. Solche Empfindungen sind ebenso völlig wie normal wie Tage, an denen die Lust aufs Arbeiten einfach fehlt oder nichts so richtig klappen will. Darum geht es aber gar nicht. Denn entscheidend ist, dass die grundsätzliche Haltung zum Job stimmt.

Ein Faktor, der die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz und die Motivation dabei ganz maßgeblich beeinflusst, ist das Arbeitsklima. Studien und Statistiken zeigen immer wieder, dass die Atmosphäre am Arbeitsplatz zu den Kriterien gehört, die Mitarbeitern am allerwichtigsten sind.

Laut einer Umfrage von Statista gab über die Hälfte aller Befragten in einer Umfrage an, dass ihr Wohlbefinden am Arbeitsplatz vom Arbeitsklima beeinflusst wird. Faktoren wie die Aufgaben, das Einkommen, die Sicherheit des Jobs oder die Weiterentwicklungsmöglichkeiten folgten erst auf den weiteren Plätzen.

Ein gutes Arbeitsklima ist aber nicht nur deshalb wichtig, weil er erwiesenermaßen die Zufriedenheit erhöht, die Motivation fördert und die Produktivität des Teams steigert. Sondern es spielt auch mit Blick auf die Gesundheit eine wesentliche Rolle. Denn ein schlechtes Arbeitsklima mit ständigen Konflikten oder gar Mobbing führt zu Dauerstress. Dauerstress wiederum kann sich sowohl auf die physische als auch auf die physische Gesundheit auswirken.

Der Fehlzeiten-Report für das Jahr 2016 einer großen deutschen Krankenkasse belegt das auf eindrucksvolle Art:

Bei einem guten Arbeitsklima fiel nur jeder sechste Mitarbeiter länger als zwei Wochen krankheitsbedingt aus. Herrschte am Arbeitsplatz hingegen schlechte Stimmung, verdoppelte sich die Anzahl der krankheitsbedingten Ausfälle. Und es kommt noch ein weiterer Faktor dazu. Schlechte Laune ist nämlich ansteckend.

Sind zwei, drei Mitarbeiter unzufrieden, überfordert oder zerstritten, kann sich das schnell auf die Kollegen übertragen und die gesamte Stimmung im Team nachteilig beeinflussen. Die Führungskraft ist also tatsächlich gut beraten, wenn sie auf ein gutes Verhältnis zu ihren Mitarbeitern und innerhalb ihres Teams achtet.

 

Wie ein gutes Arbeitsklima entsteht

Wo unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen, bleiben Meinungsverschiedenheiten und Unstimmigkeiten nicht aus. Hinzu kommt, dass sich die Führungskraft und die Kollegen letztlich nicht aussuchen können, mit wem sie zusammenarbeiten müssen.

Dass die Vorstellungen über die Arbeitsweisen mitunter auseinandergehen und dass sich nicht alle Teammitglieder gleich gut verstehen, ist normal. Es geht auch nicht darum, die Mitarbeiter in Watte zu packen. Der Arbeitsplatz ist kein Ort, an dem lebenslange Freundschaften entstehen sollen.

Das Ziel muss vielmehr sein, ein Arbeitsklima zu schaffen, in dem alle Teammitglieder respektvoll und fair miteinander umgehen. Damit sind die Weichen für eine gute und friedliche Stimmung gestellt. Und um das zu erreichen, sollte die Führungskraft die folgenden Tipps beherzigen.

 

Tipp 1: Konflikte nicht noch zusätzlich befeuern.

Konflikte lassen sich nur dann auflösen, wenn das Problem ausgemacht und eine Lösung für dieses Problem gefunden wird. Wenn es zu Stress oder Unstimmigkeiten im Team kommt, können zwar die Arbeitsaufgaben, die Abläufe oder bestimmte Situationen der Auslöser sein. Doch zu einem Konflikt weitet sich die Geschichte erst dann aus, wenn die menschliche Komponente ins Spiel kommt.

Die Führungskraft sollte also darauf achten, dass sie die Streitigkeiten im Team nicht noch zusätzlich befeuert. Das passiert etwa dann, wenn sie die Aufgaben ungleichmäßig verteilt, einige Mitarbeiter bevorzugt behandelt oder sich an Klatsch und Gerüchten beteiligt.

Zudem sollte sich die Führungskraft nicht vorschnell einmischen. In ihrem Team arbeiten erwachsene Personen, die durchaus in der Lage sind, das Problem selbst zu klären. Erst wenn sich abzeichnet, dass das Problem wohl doch größer ist, sollte die Führungskraft einschreiten.

 

Tipp 2: Sich selbst einen Spiegel vorhalten.

Welche Verhaltensweisen zu Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten führen können, weiß vermutlich jeder aus seiner eigenen Lebenserfahrung heraus. Doch so mancher neigt dazu, nur das Verhalten der anderen zu sehen. Das eigene Verhalten wird gekonnt ausgeblendet.

Es kann also nicht schaden, wenn sich die Führungskraft immer mal wieder selbst den Spiegel vorhält. Neigt sie dazu, ihre Ideen und ihre Methoden durchsetzen zu wollen? Ist sie manchmal eine Spur zu perfektionistisch? Bleibt sie sachlich oder lässt sie sich zu emotionalen Ausbrüchen verleiten? Übt sie fair und konstruktiv Kritik?

Schraubt sie die Ansprüche manchmal zu hoch? Erbringt sie die Leistungen und Verhaltensweisen, die sie von ihren Mitarbeitern erwartet und verlangt, auch selbst? Die Führungskraft sollte sich ehrlich hinterfragen und sich nicht nur als Chef sehen, sondern auch mit gutem Beispiel vorangehen.

 

Tipp 3: Offen kommunizieren.

Ein schwieriges Arbeitsklima kann entstehen, wenn die Kommunikation nicht stimmt. Tauscht sich die Führungskraft zu wenig mit ihren Mitarbeitern aus, kann schnell der Eindruck entstehen, dass die Führungskraft ihrem Team wichtige Informationen vorenthält und es nicht an Entscheidungen beteiligen will. So mancher Mitarbeiter fühlt sich dann bevormundet oder vermisst die Wertschätzung.

Hinzu kommt, dass die Führungskraft arrogant wirken kann, wenn sie sich mit ihren Mitarbeitern kaum unterhält, dafür aber umso angeregter mit Kollegen oder Vorgesetzten plaudert. Und: Wenn die Führungskraft bestimmte Leistungen oder Vorkommnisse nicht kommentiert, wird ihr Schweigen meist nicht als neutrales Verhalten, sondern eher als Kritik ausgelegt. Bevor es also zu Missverständnissen kommt, sollte die Führungskraft auf eine offene und ehrliche Kommunikation achten.

Es ist nicht möglich, ein Team zu führen, wenn kein Austausch stattfindet. Und wenn die Mitarbeiter wissen, dass die Führungskraft ein offenes Ohr für sie hat, an ihren Ideen interessiert ist und Unterstützung bietet, hat das äußerst positive Folgen für das Arbeitsklima.

Im 2. Teil geht es mit weiteren Tipps weiter. Außerdem nennen wir ein paar Aspekte, die um des lieben Friedens willen besser vermieden werden sollten.

Mehr Anleitungen, Ratgeber und Tipps:

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