Motivationstechnik: Visualisieren

Motivationstechnik: Visualisieren

Um sich selbst oder um als Führungskraft seine Mitarbeiter zu motivieren, gibt es verschiedene Methoden und Instrumente. Das Übertragen von verantwortungsvollen Aufgaben, die Förderung durch Weiterbildungen, die Unterstützung der persönlichen Weiterentwicklung durch Trainings und Coachings, Lob als Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung, Bonuszahlungen und Gehaltserhöhungen oder Sachwerte wie ein Firmenwagen und ein chices Büros sind ein paar Beispiele für solche Motivationsmittel.

Nun sind viele der klassischen Motivationsmittel aber letztlich eine Mischung aus Ansporn und Ergebnis.

Ein gutes Beispiel hierfür ist eine Bonuszahlung:

Die Aussicht auf eine Bonuszahlung soll den Mitarbeiter dazu anspornen, sich richtig ins Zeug zu legen. Hat er gute Leistungen erbracht, bekommt er die Bonauszahlung als Belohung. Erreicht er die Vorgaben nicht, bleibt die Belohung aus. Gleichzeitig soll er weiterhin angespornt bleiben, um die Bonuszahlung beim nächsten Mal zu erhalten.

Gerade diese Motivation, die dauerhaft anhält und den Mitarbeiter Tag für Tag zu guten Leistungen antreibt, ist jedoch die größte Herausforderung. Deshalb kommen an dieser Stelle Motivationstechniken zum Einsatz.

Eine Motivationstechnik, die sich bewährt hat,
ist das sogenannte Visualisieren:

Doch was verbirgt sich hinter dem Visualisieren?

Wie funktioniert die Motivationstechnik?

Und warum kann das Visualisieren eine effektive Methode sein?

 

Warum das Visualisieren eine effektive Motivationstechnik sein kann

Damit sich ein Mitarbeiter motiviert und engagiert an die Arbeit machen kann, braucht er Ziele. Er muss wissen, wohin sein Weg führen soll oder was er erreichen möchte. Erst dann kann er sich an die Umsetzung machen, um am Ende erfolgreich zu sein.

Beim Visualisieren geht es nun darum, die Ziele sichtbar und greifbar zu machen. Hintergrund hierfür ist, dass das menschliche Gehirn ständig visualisiert. Wenn sich der Mensch etwas vorstellt oder über etwas nachdenkt, läuft vor seinem inneren Auge ein Film ab. Die vielen verschiedenen, teils abstrakten und teils komplexen Informationen werden so zu einem anschaulichen Gesamtbild zusammengefasst.

Das Problem an der Geschichte ist nur, dass viele falsch herum visualisieren. Steht beispielsweise eine wichtige Prüfung an, überlegen sich die wenigsten, wie es nach einem erfolgreichen Bestehen weitergeht. Sie nehmen vielmehr an, dass die weiteren Schritte automatisch und selbstverständlich folgen werden, wenn die Prüfung gut gelaufen ist.

Die Gedanken gehen stattdessen in die andere Richtung. So malen sich viele aus, wie unangenehm die Prüfungssituation sein wird und was während der Prüfung alles schiefgehen könnte. Sie spielen gedanklich durch, was passiert, wenn sie die Prüfung nicht meistern.

Die Folge davon ist, dass die Prüfung als negatives Ereignis empfunden wird und die Nervosität, die Anspannung und die Angst immer weiter ansteigen.

Damit das Visualisieren als Motivationstechnik funktioniert, muss die Vorstellungskraft also in eine positive Richtung gelenkt und mit angenehmen Erlebnissen verknüpft werden. Das wiederum klappt am besten mit einem konkreten Bild vom Ziel. Dabei ist Bild tatsächlich wörtlich gemeint, doch dazu gleich mehr.

Das Visualisieren als Motivationstechnik basiert auf der Annahme, dass ein Bild eine umso stärke Kraft entfaltet, je realistischer und greifbarer es ist und je intensiver sich der Mitarbeiter damit auseinandersetzt.

Wenn er sich sein Zielbild jeden Tag anschaut und das erfolgreiche Erreichen regelmäßig durchspielt, prägt sich das Bild im Unterbewusststein ein. Der Mitarbeiter beginnt, fest daran zu glauben, dass er sein Ziel erreichen kann und wird. Dadurch steigt gleichzeitig seine Motivation, mit der Umsetzung der erforderlichen Schritte zu beginnen.

Der US-amerikanische Managementberater Al Secunda hat die Wirkung des Visualisierens als Motivationstechnik mit dem Anschieben eines Autos verglichen. Ist die Autobatterie leer, reicht ein kurzer, aber intensiver Arbeitseinsatz aus. Schon nach wenigen Sekunden steht das Auto durch die eingebrachte Energie nicht mehr still, sondern kommt ins Rollen.

Das Anschieben geht immer leichter, bis der Motor schließlich anspringt. Das anfängliche Anschieben hat also genügt, um die Maschinerie in Gang zu setzen.

Beim Menschen ist die Situation ähnlich:

Zunächst fällt es schwer, die Trägheit abzulegen und in Gang zu kommen. Wird nun aber das Zielbild intensiv betrachtet, wirkt dies wie ein Anschieben und je fester der Mitarbeiter sein Ziel vor Augen hat, desto größer wird seine Motivation. Um diesen Effekt zu erzielen, soll es schon ausreichen, wenn sich der Mitarbeiter sein Zielbild jeden Morgen nach dem Aufstehen und jeden Abend vor dem Zubettgehen wenige Sekunden lang anschaut.

 

Wie das Visualisieren als Motivationstechnik funktioniert

Nun ist es aber nicht so einfach, sich ein Bild ständig in die Gedanken zu rufen, die Situation als inneren Film ablaufen zu lassen und die damit verbundenen Emotionen nachzuempfinden. Deshalb arbeitet die Motivationstechnik nicht nur mit gedachten, sondern tatsächlich mit echten Bildern.

Konkret funktioniert das Visualisieren wie folgt:

  • Als erstes muss der Mitarbeiter sein Ziel definieren. Erst wenn klar und eindeutig feststeht, was er überhaupt erreichen möchte, kann das Visualisieren beginnen.

 

  • Steht das Ziel fest, braucht der Mitarbeiter ein klares Bild von seinem Ziel. Es reicht nicht aus, wenn er sein Ziel nur als ein Stichwort formuliert. Stattdessen muss er das Bild vor seinem geistigen Auge zeichnen, die Situation in Gedanken durchspielen und versuchen, den Erfolg mit Emotionen zu verknüpfen. Wie wird es aussehen, wenn der Mitarbeiter sein Ziel erreicht hat? Wie wird er sich fühlen? Wie wird sein Umfeld reagieren, welche lobenden Worte und Glückwünsche wird er hören? Je realistischer und intensiver das Bild ist, desto größer wird die Motivationswirkung sein.

 

  • Beispiel: Angenommen das Ziel des Mitarbeiters ist die Beförderung zum Leiter einer Arbeitsgruppe. Diese Position geht mit einem eigenen Büro einher und bringt es mit sich, dass der Mitarbeiter eine bestimmte Kleidung trägt. Also sollte er sich Fotos suchen, die chice Büros zeigen. Eines dieser Bilder kann er als sein Ziel- und Motivationsbild verwenden. Noch besser ist es, wenn der Mitarbeiter das Foto so von Hand oder mit dem Computer bearbeitet, dass er, entsprechend gekleidet, in „seinem“ Büro zu sehen ist.

Sein Zielbild sollte sich der Mitarbeiter nun regelmäßig anschauen, morgens und abends ein paar Minuten lang und auch zwischendurch immer wieder. Dabei sollte der Mitarbeiter den dazugehörigen Film abspulen, sich in die Situation hineinversetzen und seine Vorstellung nachempfinden.

Anfangs dauert es ein wenig, bis der Mitarbeiter sein Ziel intensiv visualisieren kann. Je häufiger er die Visualisierung wiederholt, desto stärker prägt sich das Bild aber in sein Unterbewusstsein ein. Gleichzeitig wird es dadurch immer einfacher, die Motivation aufzubringen, um das Zielbild zu erreichen.

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Sabine Nauer, 38 Jahre, Trainingsentwickler und Berater Personalentwicklung, Michael Patzek, 44 Jahre, Personalreferent, Maike Müller, 41 Jahre, Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.

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