Beförderung

Beförderung

 

Die Aussicht, die firmeneigene Karriereleiter bei guten Leistungen nach oben klettern zu können, fördert die Motivation von Mitarbeitern. Viele Arbeitnehmer entscheiden sich gerade wegen der internen Aufstiegschancen dazu, für ein Unternehmen tätig zu werden.

Und selbst die Mitarbeiter, die mit ihrem Job zufrieden sind und es offiziell nie zugeben würden, träumen insgeheim oft davon, irgendwann von der einfachen Arbeitskraft zum Abteilungsleiter oder noch höher aufzusteigen. Wenn es dann aber soweit ist, löst die Nachricht von der anstehenden Beförderung gemischte Gefühle aus, sowohl beim Beförderten als auch bei seinen Kollegen.

Es reicht deshalb nicht aus, wenn ein Unternehmen nur eine Beförderung beschließt. Stattdessen muss es die Beförderung unterstützend begleiten.

Andernfalls ist die Gefahr groß, dass das als Motivationsmittel gedachte Instrument in Frust und Unmut umschlägt – und damit eine demotivierende Wirkung entfaltet.

 

Die Beförderung aus Sicht des beförderten Mitarbeiters

Vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen ist es üblich, höhere Positionen aus den eigenen Reihen zu besetzen. Die Aufstiegschancen innerhalb der Firma sind nicht nur ein wertvolles Motivationsmittel, sondern stärken auch die Identifikation mit dem Arbeitgeber.

Immerhin weiß jeder Mitarbeiter, dass er die Chance hat, auf eine verantwortungsvollere Position befördert zu werden, wenn die Leistungen stimmen. Außerdem ergibt sich durch interne Beförderungen noch ein weiterer Vorteil: Unternehmen und beförderter Mitarbeiter kennen sich gut. Das Unternehmen weiß, wie der Mitarbeiter arbeitet und was es an ihm hat. Der beförderte Mitarbeiter wiederum ist mit dem Unternehmen, den Aufgaben und den Abläufen vertraut.

Außerdem kennt er die Kollegen. Genau hier liegt aber auch die Schwierigkeit. Ist der Mitarbeiter plötzlich nicht mehr nur Kollege, sondern Vorgesetzter, muss er mit Neid rechnen. Nicht jeder ehemalige Kollege wird die Beförderung gutheißen, vor allem dann nicht, wenn er selbst gerne den Chefsessel übernommen hätte.

Hinzu kommt, dass der beförderte Mitarbeiter mit einer neuen Situation umgehen muss. Statt reinem Fachwissen und guter Arbeitsleistung sind jetzt Führungsqualitäten gefragt. Der neue Vorgesetzte muss sein Team anleiten und motivieren, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen, auch unangenehme, durchsetzen. Gleichzeitig muss er mit dem Druck von oben zurechtkommen.

Wenn sich ein Unternehmen dazu entscheidet, einen Mitarbeiter zu befördern, ist es davon überzeugt, dass dieser Mitarbeiter das nötige Potenzial hat und die neuen Aufgaben meistern wird. Trotzdem muss der Mitarbeiter in seine neue Rolle hineinwachsen und lernen, sie selbstbewusst auszufüllen.

Wird ein Mitarbeiter für seine guten Leistungen mit einer Beförderung belohnt, hat er einen großen Erfolg erzielt und einen wichtigen Karriereschritt geschafft. Dementsprechend erfreut wird er über die Nachricht sein. Aber zur Freude mischen sich eben oft auch Zweifel, ob der Aufstieg reibungslos ablaufen und der Mitarbeiter seinen neuen Aufgaben gewachsen sein wird.

 

Die Beförderung aus Sicht der Kollegen

Wird ein Kollege aus den eigenen Reihen zum neuen Vorgesetzten befördert, löst dies bei den Mitarbeitern oft zwei Reaktionen aus. Einige Mitarbeiter sind enttäuscht, fühlen sich übergangen oder halten die Beförderung für eine Fehlentscheidung.

Teilweise trauen sie dem neuen Vorgesetzten die verantwortungsvolle Aufgabe nicht zu, teilweise hätten sie sich selbst gerne an dessen Stelle gesehen. Die andere Reaktion ist, dass sich eine Erwartungshaltung an den neuen Chef entwickelt, die diesem oft gar nicht bewusst ist.

Das typische Denkmuster ist, dass die Zusammenarbeit als Kollegen lange Zeit gut geklappt hat. Der neue Chef war ein umgänglicher Typ und das Verhältnis war gut. Da der ehemalige Kollege aus den eigenen Reihen kommt, kennt er die typischen Probleme und Schwierigkeiten in den alltäglichen Abläufen. Zudem weiß er, was an seinem Vorgänger kritisiert wurde.

Schließlich hat er sich selbst oft genug über den Ex-Chef geärgert. Folglich erwarten die Mitarbeiter, dass sich der Kollege als Vorgesetzter nun nicht als großer Chef aufspielt, sondern sich für das Team einsetzt und die Situation verbessert.

 

Die Unterstützung durch das Unternehmen

Beförderungen sind ein wichtiger Baustein der strategischen Personalplanung. Die richtigen Mitarbeiter an den richtigen Stellen sind mit Blick auf den langfristigen Unternehmenserfolg unabdingbar. Allerdings ist es keine leichte Aufgabe, zu entscheiden, welcher Mitarbeiter befördert werden soll. Deshalb gehen Unternehmen verschiedene Wege.

Die einen führen Mitarbeitergespräche. Andere Unternehmen arbeiten mit Datenbanken, in denen die Leistungen, Erfolge und Bewertungen kontinuierlich erfasst und ausgewertet werden.

Steht eine Beförderung an, ermittelt das Computersystem den am besten geeigneten Nachfolger. Wieder andere Unternehmen schreiben offene Positionen im firmeneigenen Stellenmarkt aus, so dass sich jeder interessierte Mitarbeiter bewerben kann.

Ein weiteres gängiges Verfahren ist, dass die Führungsebene Kandidaten vorschlägt, um dann anhand eines festgelegten Kriterienkatalogs auszudiskutieren, welcher der Kandidaten befördert wird. Mit der Entscheidung ist es aber längst nicht getan.

Damit der beförderte Mitarbeiter seine neue Rolle ausfüllen kann und die Beförderung bei den anderen Mitarbeitern nicht zu einem Verlust der Motivation führt, muss das Unternehmen den Aufstiegsprozess unterstützend begleiten.

 

Hierzu gehören insbesondere folgende Maßnahmen:

  • Das Unternehmen sollte klar kommunizieren, welche Regeln für einen Aufstieg gelten. Vielen Mitarbeitern ist nicht bekannt, welche Kriterien für eine Beförderung erfüllt sein müssen und wie das Unternehmen vorgeht, wenn eine Beförderung ansteht. Damit die firmeninternen Aufstiegschancen zur Mitarbeitermotivation beitragen, müssen die Mitarbeiter aber wissen, wie sie überhaupt aufsteigen können.

 

  • Das Unternehmen sollte die Mitarbeiter nicht nur über die Beförderung informieren, sondern die Entscheidung nachvollziehbar begründen. Wenn die Mitarbeiter verstehen, warum die Wahl auf eine Person gefallen ist, werden sie die Entscheidung eher akzeptieren. Wichtig in diesem Zuge ist aber auch, darauf hinzuweisen, dass das Wissen und Können der Nicht-Beförderten wertvoll ist. Das Unternehmen sollte verständlich machen, dass ein Chef nur gut sein, wenn er ein gutes Team im Rücken hat. Außerdem sollte das Unternehmen aufzeigen, dass es nicht nur die eine Beförderung gab, sondern dass es verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter gibt.

 

  • Der beförderte Mitarbeiter sollte durch Führungstrainings auf die neue Aufgabe vorbereitet werden. Zudem sollte er einen Ansprechpartner in einer höheren Hierarchiestufe haben, der mit Rat und Tat zur Seite steht.

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Inhaber bei Internetmedien Ferya Gülcan
Sabine Nauer, 38 Jahre, Trainingsentwickler und Berater Personalentwicklung, Michael Patzek, 44 Jahre, Personalreferent, Maike Müller, 41 Jahre, Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.
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