Entscheidungen im Team treffen: 5 mögliche Methoden

Entscheidungen im Team treffen: 5 mögliche Methoden

Nach dem heutigen Verständnis von Führung ist es nicht mehr so, dass die Chefetage die Entscheidungen trifft und nach unten weiterreicht. Stattdessen sollen vor allem operative Entscheidungen dort fallen, wo ihre Umsetzung erfolgt. Die Idee ist also, dass die Führungskraft ihr Team mit einbindet, um auf diese Weise gemeinsame Beschlüsse zu erarbeiten, die dann auch von allen getragen werden. Doch was in der Theorie gut klingt, gestaltet sich in der Praxis mitunter schwierig.

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Entscheidungen im Team treffen 5 mögliche Methoden

Denn je mehr Leute beteiligt sind und je mehr unterschiedliche Ansichten aufeinandertreffen, desto schwieriger wird es, sie alle miteinander zu vereinbaren. Wie also kann es gelingen, zeitnah gute Entscheidungen im Team zu treffen?

Wir nennen fünf mögliche Methoden!:

  1. Mehrheitsentscheide

Der Mehrheitsentscheid gehört zu den klassischen Varianten der Entscheidungsfindung. Er sieht vor, dass die Position den Zuschlag erhält, für die sich die Mehrheit ausspricht.

Grundsätzlich klingt der Mehrheitsentscheid nach einer guten und sinnvollen Lösung. Und zum Beispiel die Politik zeigt, dass dieser Weg durchaus funktionieren kann. Trotzdem ist der Mehrheitsentscheid in Team oft keine gute Wahl.

Denn diese Form der Entscheidungsfindung bringt mit sich, dass zwar die Mehrheit der Teammitglieder dafür stimmt, aber eben einige Mitglieder auch dagegen sind.

Die Teammitglieder, die die Entscheidung nicht befürwortet haben, sollen trotzdem dahinterstehen und an der Umsetzung mitwirken. Doch vor allem bei recht knappen Entscheidungen waren entsprechend viele Mitglieder gerade nicht für diese Lösung. In der Folge kann die Unzufriedenheit im Team wachsen, während die Entscheidung an Tragfähigkeit verliert.

Ratsam ist deshalb, nur dann auf den Mehrheitsentscheid zurückzugreifen, wenn zuvor alle Teammitglieder versichert haben, dass sie das Ergebnis akzeptieren werden.

  1. Konsensentscheidungen

Bei einer Konsensentscheidung fällt der Entschluss, wenn alle im Team zustimmen. Es gibt also keine Gewinner und Verlierer. Stattdessen herrscht Einigkeit darüber, dass die jeweilige Entscheidung richtig ist.

Bei Themen, die nicht strittig sind, ist es keine große Sache, eine Konsensentscheidung zu finden. Doch andere Themen können zu langen Diskussionen führen.

Dann werden solange Punkte aufgezählt und Argumente ausgetauscht, bis sich irgendwann eine Lösung herauskristallisiert, mit der alle einigermaßen leben können. Oft ist diese Lösung aber sachlich gesehen nicht unbedingt die beste Lösung, sondern eher eine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.

Unterm Strich macht eine Konsensentscheidung deshalb nur bei wenigen Themen Sinn.

  1. Konsententscheide

Der Konsententscheid ist eine Art Gegenstück zur Konsensentscheidung. Denn hier geht es nicht darum, dass alle zustimmen. Stattdessen wird eine Entscheidung getroffen, wenn kein Teammitglied  ernsthafte Bedenken oder Einwände äußert. Das Ziel ist also nicht, eine möglichst breite Zustimmung zu erreichen. Der Ansatz ist vielmehr, die Bedenken auf ein Minimum zu reduzieren.

Am Ende läuft es beim Konsententscheid auf Beschlüsse hinaus, die gut genug sind und möglichst schnell getroffen werden können. Ausufernde Diskussionen lassen sich auf diese Weise genauso vermeiden wie Team-Entscheidungen, die durch unzählige Kompromisse und Zugeständnisse extrem weichgespült sind.

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Wenn niemand im Team einen echten, plausiblen Grund nennen kann, der gegen die Entscheidung trifft, wird der Vorschlag umgesetzt.

  1. Konsultative Einzelentscheide

In eingespielten Teams, die sich selbst organisieren, ist der konsultative Einzelentscheid ein guter Ansatz. Bei dieser Methode trifft ein Teammitglied die Entscheidung. Allerdings muss es zuvor die Einschätzung Dritter einholen und bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen.

Die Vereinbarung kann zum Beispiel lauten, dass sich das Teammitglied mit zwei kompetenten Experten austauscht. Die Experten können aus der eigenen Firma oder von außerhalb kommen, sollten aber im Idealfall unterschiedliche Meinungen vertreten oder zumindest verschiedene Sichtweisen aufzeigen.

Das Teammitglied trägt die Verantwortung für die Entscheidung. Bei weitreichenden Beschlüssen kann für die Entscheidungsfindung auch eine kleine Gruppe aus mehreren Teammitgliedern zusammengestellt werden.

Der konsultative Einzelentscheid vermeidet langwierige Diskussionsrunden, macht Abstimmungen überflüssig und schafft eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage.

  1. Skala von 0 bis 10

Eine weitere Methode, die dabei helfen kann, zügig gemeinsame Entscheidungen im Team zu treffen, greift auf eine Skala mit elf Abstufungen zurück. Dabei gliedert sich der Entscheidungsprozess in mehrere Schritte.

Den Anfang macht die Vorstellung des Themas, zu dem ein Beschluss gefasst werden soll. Die Führungskraft oder ein Teammitglied präsentiert das Thema und erklärt, worum es geht.

Tauchen Verständnisfragen auf, werden diese besprochen. Anschließend stuft jedes Teammitglied für sich auf einer Skala von 0 bis 10 ein, wie relevant das Thema aus seiner Sicht für einen aktuellen Auftrag, ein geplantes Projekt oder allgemein das Unternehmen ist.

Haben alle Teammitglieder ihre Einschätzung abgegeben, werden stellvertretend zwei oder drei Bewertungen aus dem unteren und dem oberen Bereich ausgesucht. Die jeweiligen Teammitglieder können dann ausführen, warum das Thema ihrer Meinung kaum oder sehr relevant ist.

Danach folgt eine kurze Pause, in der die Teammitglieder die eben gehörten Ansichten Revue passieren lassen können. Anschließend wird die Bewertung der Fragestellung auf der Skala wiederholt.

Haben alle Teammitglieder beim zweiten Durchlauf im oberen Bereich bewertet, dem Thema also sieben oder mehr Punkte gegeben, ist der Vorschlag angenommen. Ist eine niedrigere Bewertung dabei, kann zum Beispiel ein Konsententscheid die Lösung bringen.

Die Skala kann je nach Ausgangssituation natürlich angepasst werden. So ist zum Beispiel möglich, die konkrete Umsetzung eines Vorhabens als Frage zu formulieren.

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Sabine Nauer, 38 Jahre, Trainingsentwickler und Berater Personalentwicklung, Michael Patzek, 44 Jahre, Personalreferent, Maike Müller, 41 Jahre, Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.

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