Infos und Tipps zur Antrittsrede als Führungskraft

Infos und Tipps zur Antrittsrede als Führungskraft

Wechselt die Führungskraft, geht das immer mit einer Veränderung für das Team einher. Gleichzeitig beginnt oft der Flurfunk, sobald die Mitarbeiter erfahren, dass Sie einen neuen Vorgesetzten bekommen. Sie machen sich Gedanken über den künftigen Chef, spekulieren über die Gründe für den Wechsel und versuchen vielleicht, an Informationen über die neue Führungskraft zu kommen.

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Infos und Tipps zur Antrittsrede als Führungskraft

Die Antrittsrede ist die erste offizielle Amtshandlung des neuen Vorgesetzten. Doch worauf gilt es dabei zu achten? Was macht eine gelungene Rede aus und wo lauern Stolperfallen?

Wir haben Infos und Tipps zur Antrittsrede als Führungskraft zusammengetragen!:

Worin besteht das Ziel der Antrittsrede?

Die Antrittsrede dient dazu, sich vorzustellen und zum ersten Mal offiziell in Kontakt mit dem Team zu treten.

Die Führungskraft kann die Rede also nutzen, um

  • sich als Person zu präsentieren und etwas über ihren Werdegang, ihre Erfahrung und ihre Kernkompetenzen zu sagen.

  • Vertrauen in die neue Situation aufzubauen.

  • Vorbehalte auszuräumen und den Mitarbeitern Ängste zu nehmen.

  • ihre Vorstellungen von der künftigen Zusammenarbeit zu vermitteln.

  • die Mitarbeiter auf ihren Führungsstil und die künftigen Ziele einzustimmen.

Das grundlegende Ziel der Antrittsrede ist somit, die Weichen für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zu stellen. Gleichzeitig kann die Führungskraft mögliche Vorurteile entkräften, die unter den Mitarbeitern möglicherweise im Vorfeld entstanden sind.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Antrittsrede?

Optimal ist, wenn die Antrittsrede im Laufe der ersten Woche stattfindet, in der die Führungskraft die Stelle angetreten und ihre Arbeit aufgenommen hat. Wichtig ist außerdem, einen Zeitpunkt zu wählen, an dem möglichst viele Mitarbeiter anwesend sind. Das kann zum Beispiel während eines Schichtwechsels sein.

Wird die Führungskraft in einem offiziellen Akt eingeführt, wird die Geschäftsleitung meist die Organisation übernehmen und die Einladungen aussprechen. Denkbar ist auch, dass der Vorgänger eine Sitzung veranlasst und dabei die Führungskraft vorstellt.

Ansonsten kann die Führungskraft in den ersten Tagen ihrer Tätigkeit ein Auftakt-Meeting einberufen und bei dieser Gelegenheit ihre Antrittsrede halten.

Wo und wie sollte die Antrittsrede stattfinden?

In aller Regel wird eine Antrittsrede am Arbeitsort der Mitarbeiter gehalten. Je nach Unternehmen und Abteilung bietet sich dafür direkt die Produktionshalle, das Büro der Führungskraft, ein Besprechungszimmer oder auch der Pausenraum an. Wichtig ist nur, dass der Raum genug Platz für alle Mitarbeiter bietet.

Die Antrittsrede selbst dauert üblicherweise zwischen fünf und 15 Minuten. Diese Zeit sollte ausreichen, um alles Wesentliche zu kommunizieren.

Nach der Antrittsrede hat es sich bewährt, noch etwas Smalltalk zu betreiben. In kurzen Gesprächen mit den Mitarbeitern kann sich die Führungskraft nach den Abläufen und Gepflogenheiten im Betrieb erkundigen.

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Außerdem bieten die Gespräche eine gute Möglichkeit, um jeden Mitarbeiter persönlich kennenzulernen und seine Erwartungen abzufragen. Dadurch signalisiert die Führungskraft echtes Interesse und die Bereitschaft für eine gute Zusammenarbeit.

Welche Themen kann die Führungskraft in Ihrer Antrittsrede ansprechen?

In Ihrer Antrittsrede stellt sich die Führungskraft als Person vor und zeigt ihre fachlichen Kompetenzen auf. Sind Vertreter der Geschäftsleitung anwesend, gehört es zum guten Ton, sie anzusprechen und sich für den Vertrauensvorschuss zu bedanken. Auch der Vorgänger sollte mit lobenden Worten bedacht werden.

Ansonsten richtet sich die Rede in erster Linie an die Mitarbeiter. Hat die Führungskraft intern auf diese Position gewechselt, kann sie die Ausführungen über ihre Person kurz halten.

Denn die meisten Mitarbeiter werden sie bereits kennen. Dann sollte die Führungskraft ihre Antrittsrede lieber nutzen, um die Fragen zu beantworten, die die Mitarbeiter vermutlich haben.

Dazu gehört:

  • Warum hat die Führungskraft den Job gewechselt oder diese Stelle übernommen?

  • Worin sieht die Führungskraft die besonderen Aufgaben und die größten Herausforderungen?

  • Was können die Mitarbeiter von der Führungskraft erwarten?

  • Welchen Führungsstil praktiziert sie?

  • Welche Erwartungen hat die Führungskraft an ihr Team? Was ist ihr wichtig?

Außerdem sollte die Führungskraft auf die Situation eingehen. Veränderungen führen zu Unsicherheit und rufen Ängste hervor. Daraus können sich Bedenken und Sorgen, aber auch überzogene Erwartungen entwickeln. Die Führungskraft sollte ihre Antrittsrede deshalb nutzen, um mögliche Befürchtungen ihrer Mitarbeiter zu zerstreuen.

Was sind Fallstricke?

Auch wenn die Antrittsrede die Rahmenbedingungen für die künftige Zusammenarbeit verdeutlichen soll, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Es dauert seine Zeit, bis die Führungskraft und ihre Mitarbeiter sich richtig kennen und zu einem Team zusammenwachsen. Und es wäre schade, wenn schon die Antrittsrede dabei Steine in den Weg legt.

Aus diesem Grund sollte sich die Führungskraft jede Form von Kritik verkneifen. Sie sollte weder die Arbeit ihres Vorgängers abwerten noch sich selbst als jemand präsentieren, der frischen Wind ins Unternehmen bringt und dadurch alles besser machen wird.

Außerdem sollte sich die Führungskraft nicht zu sehr in den Mittelpunkt stellen. Denn in der Antrittsrede ist nicht die Person und Persönlichkeit der Führungskraft, sondern die künftige Zusammenarbeit mit dem Team das zentrale Thema.

Wichtig wäre auch, dass die Führungskraft die richtige Mischung aus Professionalität und Teamgeist findet. Es ist nicht notwendig, sich in falscher Bescheidenheit zu üben.

Die Führungskraft ist der Chef des Teams und hat diese Position nicht grundlos bekommen. Andererseits sollte die Führungskraft aber eben auch nicht zu überheblich und unnahbar wirken. Denn eine gute Zusammenarbeit im Team kann nur funktionieren, wenn sich die Führungskraft kollegial verhält.

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Außerdem sollte die Führungskraft in ihrer Antrittsrede nicht zu sehr ins Detail gehen und vor allem Themen mit Konfliktpotenzial komplett weglassen. Solche Dinge können später besprochen werden, wenn sie im Tagesgeschäft aktuell werden.

Wie kann die Führungskraft mit ihrer Antrittsrede punkten?

Der vielleicht wichtigste Punkt ist, dass die Führungskraft in ihrer Antrittsrede authentisch ist und ehrlich rüberkommt. Das gelingt, wenn die Führungskraft persönlich wird. So kann sie zum Beispiel einräumen, dass sie unsicher ist, ob sie den Erwartungen in ihrer neuen Rolle gerecht werden kann.

Auch der eigene Werdegang, verpackt in eine persönliche Geschichte, macht sympathisch, menschlich und baut Vertrauen auf.

Hilfreich sind außerdem Gemeinsamkeiten. Gibt es Aspekte, die die Führungskraft und ihr Team miteinander verbinden, sollten sie erwähnt werden, um Nähe zu schaffen. Daneben ist Humor ein probates Mittel. Müssen die Mitarbeiter immer mal wieder schmunzeln oder sogar herzhaft lachen, bleibt die Antrittsrede in weit besserer Erinnerung als eine steife Vorstellung.

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Sabine Nauer - Trainingsentwickler und Beraterin in Personalentwicklung, Michael Patzek - Personalreferent, Maike Müller - Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan - Redakteurin, Unternehmerin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.

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