Zielklausuren als Führungsinstrument

Zielklausuren als Führungsinstrument

Zielklausuren ermöglichen, individuelle Ziele aus den übergeordneten Zielen des Unternehmens oder einzelner Unternehmensbereiche abzuleiten. Klassische Führungskonzepte sehen meist vor, die Ziele in Vier-Augen-Gesprächen zu definieren und zu vereinbaren. Doch solche Gespräche kosten Zeit, sind oft nicht unbedingt effektiv und haben keine motivierende Wirkung.

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Zielklausuren als Führungsinstrument

Im Unterschied dazu steht bei Zielklausuren im Vordergrund, die richtigen Ziele zu finden. Tatsächlich ist das der entscheidende Schlüssel für eine zielorientierte Führung.

Erst das endgültige Vereinbaren der Ziele erfolgt dann in Gesprächen unter vier Augen. Weil die Ziele zu diesem Zeitpunkt aber schon gefunden sind, können die Gespräche entsprechend kurz ausfallen.

In diesem Beitrag erklären wir, wie die Führungskraft Zielklausuren als Führungsinstrument einsetzen kann:

Wie laufen Zielklausuren ab?

Zielklausuren sind auf allen Unternehmensebenen möglich. Je nach Ausrichtung nehmen dann entweder die Geschäftsleitung und die Führungskräfte oder die Führungskraft und ihre Mitarbeiter an der Klausur teil.

Der Ablauf gestaltet sich wie folgt:

Schritt 1

Zunächst gibt es einen kurzen Rückblick auf die erreichten Ziele seit der letzten Klausur. Dabei steht als zentrale Frage im Mittelpunkt, welche Erkenntnisse daraus gewonnen werden können.

Schritt 2

Anschließend präsentiert die Führungskraft die übergeordneten Unternehmens- oder Bereichsziele. Sie bilden die Zielsetzungen. Angenommen, die Geschäftsleitung hat in ihrem Geschäftsplan vorgesehen, dass die Produktion um zehn Prozent gesteigert werden soll.

Die Führungskraft kann nun im Rahmen der Zielklausur verschiedenste Maßnahmen vereinbaren.

Wichtig ist nur, dass es sich um keine Ziele handelt, die im Ergebnis zu einer geringeren Produktionssteigerung führen. Auf diese Weise werden die Zielvereinbarungen einer Unternehmensebene zu Zielsetzungen der nächsten Unternehmensebene.

Die messbar formulierten Ziele werden üblicherweise durch Zielfelder ergänzt. Die Zielfelder zu konkretisieren und messbare Ziele zu formulieren, ist die Aufgabe des jeweiligen Unternehmensbereichs. Denn hier befindet sich das dafür notwendige Fachwissen.

Schritt 3

Zu den Zielen und Zielfeldern, die für den Zuständigkeitsbereich abgeleitet wurden, kommen die Zielfelder dazu, die die Führungskraft und ihre Mitarbeiter für wichtig halten.

Dabei geht es vorrangig um Ziele aus dem Funktionsbereich der Abteilung und um Entwicklungsziele. Ziele, die sich auf die individuelle Weiterentwicklung einzelner Mitarbeiter beziehen, zum Beispiel notwendige Weiterbildungen, werden später unter vier Augen besprochen.

Schritt 4

Danach werden die verschiedenen Ziele und Zielfelder den Zielverantwortlichen zugewiesen. Dabei gilt, dass es für jedes Ziel oder Zielfeld nur eine Person gibt, die für das Ergebnis verantwortlich ist.

Diese Vorgehensweise gehört zu den Grundregeln für eine zielorientierte Führung.

Schritt 5

Im nächsten Schritt müssen noch die Zielfelder konkret ausformuliert werden. Dabei hat sich die sogenannte SMART-Methode bewährt.

SMART steht für:

  • Specific = genau beschrieben

  • Measurable = messbar

  • Attainable = zu erreichen

  • Relevant = bedeutsam

  • Timed = zeitlich festgelegt

Die Zielklausur endet damit, dass die nun folgenden Schritte und Arbeitsabläufe geplant werden.

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Welche Vorteile bieten Zielklausuren?

Die Auswertung von mehreren hundert Zielklausuren hat gezeigt, dass sich durch den Einsatz dieses Instruments vor allem folgende Pluspunkte ergeben:

  • Zielklausuren sind die einfachste, effektivste und schnellste Möglichkeit, um Teamziele oder individuelle Ziele aus Unternehmens- und Bereichszielen abzuleiten, mit weiteren relevanten Zielen zu vervollständigen und Verantwortlichen zuzuweisen.

  • Der inhaltliche Sinn der Ziele wird geklärt und Bedenken gegenüber Veränderungen werden abgebaut, weil die Zielverantwortlichen an der Zielfindung direkt beteiligt sind.

  • Um Ziele zu finden und konkret auszuformulieren, kommt das Wissen aller Teilnehmer zum Einsatz.

  • Der Arbeitsumfang zeigt sich von Anfang an. Dadurch können Arbeitsspitzen im Team ausgeglichen werden.

  • Ziele können SMART und als Ergebnisse formuliert werden. Das gilt insbesondere für qualitative Ziele, die schlecht messbar sind. Die Praxis zeigt, dass ein Großteil aller Zielvereinbarungen keine Ergebnisse, sondern lediglich Aufgaben beschreibt. Eine Zielklausur verhindert dies.

  • Die entscheidenden Punkte, für die andere Abteilungen, Teams oder Kollegen zuständig sind, werden transparent. Das vereinfacht die Zusammenarbeit.

  • So manche Klausur dauert bis spät in die Nacht hinein, weil Themen bearbeitet werden, die jeden Teilnehmer betreffen. Insofern fördern Zielklausuren die Teambildung und den Teamgeist.

Welche Probleme können beim Erreichen der Ziele auftreten?

Ein Problem, das bei der Umsetzung der vereinbarten Ziele auftreten kann, ist, dass die finanziellen Mittel fehlen. In diesem Fall muss die Führungskraft Lösungen auf Basis der SMART-formulierten Ziele finden.

Eine weitere Schwierigkeit kann sich im Bereich der personellen Ressourcen ergeben. Moderiert die HR-Abteilung die Zielklausur, kann die Führungskraft mit ihr notwendige Maßnahmen zur Unterstützung vereinbaren.

Auf diese Weise wird die HR-Abteilung zum Partner bei der Umsetzung der Zielvereinbarungen.

Sind die Mitarbeiter der Führungskraft bereits ausgelastet oder fehlen ihnen Qualifikationen, muss die Führungskraft zunächst geeignete Veränderungen in ihrer Abteilung anstoßen, bevor sie sich um die Umsetzung der Ziele kümmern kann.

Gleiches gilt, wenn die Arbeitsinhalte nicht mit den Zielen übereinstimmen oder die Arbeitsabläufe nicht optimal sind.

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Sabine Nauer - Trainingsentwickler und Beraterin in Personalentwicklung, Michael Patzek - Personalreferent, Maike Müller - Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan - Redakteurin, Unternehmerin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.

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