Infos und Tipps im Umgang mit Neid im Team, 2. Teil

Infos und Tipps im Umgang mit Neid im Team, 2. Teil

Neid und Missgunst unter den Mitarbeitern können nicht nur zu einem echten Problem für das Team werden, sondern nachteilige Auswirkungen auf das ganze Unternehmen haben. Die Führungskraft ist deshalb gefragt, einem missgünstigen Verhalten in ihrem Team entgegenzuwirken. Doch wie sollte sie dabei vorgehen?

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Infos und Tipps im Umgang mit Neid im Team, 2. Teil

In einem zweiteiligen Beitrag haben wir Infos und Tipps im Umgang mit Neid im Team zusammengestellt. Dabei haben wir im 1. Teil beantwortet, welche Folgen Neid im Team haben kann und wie Missgunst überhaupt entsteht. Außerdem haben wir mögliche Maßnahmen genannt, mit denen die Führungskraft reagieren kann.

Jetzt, im 2. Teil, geben wir Tipps, wie die Führungskraft verhindert, dass Neid überhaupt entsteht:

Tipp 1: Sympathien für sich behalten

Es ist vollkommen normal, wenn der Führungskraft manche Mitarbeiter persönlich sympathischer sind, während sie mit anderen Mitarbeitern weniger gut kann. Doch solche Präferenzen sollte sie nicht offen zeigen.

Denn im Team macht sich schnell Missgunst breit, wenn sich die vermeintlichen Lieblinge der Führungskraft durchaus den einen oder anderen Fehler erlauben können, während bei anderen Mitarbeitern jede kleinste Verfehlung gleich Kritik einbringt.

Ob diese Empfindung den Tatsachen entspricht, sei dahingestellt. Jedenfalls sollte sich die Führungskraft darum bemühen, alle Mitarbeiter gleichzubehandeln.

Ein fairer und professioneller Umgang miteinander darf nicht von persönlichen Sympathien abhängen.

Tipp 2: Verlässlich sein

Mit Blick auf die Vorbildfunktion sollte die Führungskraft auf ein konstantes und berechenbares Verhalten achten. Die Mitarbeiter sollten einschätzen und nachvollziehen können, wie sich die Führungskraft verhält und wie sie reagiert.

Ist die Führungskraft gestresst, steht sie unter Druck, hat sie einfach persönlich einen schlechten Tag oder ist sie gerade auf ein Teammitglied nicht gut zu sprechen, sollte sie Mitarbeitergespräche besser verschieben.

Nimmt der Gesprächspartner eine negative Stimmung wahr, kann ihn das verunsichern. Möglicherweise wächst der Frust, während die Motivation sinkt.

Außerdem kann Neid auf Kollegen aufkommen, die vermeintlich bevorzugt behandelt werden.

Tipp 3: Bewertungskriterien transparent machen

Die Führungskraft sollte offen kommunizieren, wie sie Leistungen bewertet. Dazu gehört zum einen, dass sie konkrete Ziele definiert und vereinbart, sowohl mit dem ganzen Team als auch mit jedem einzelnen Mitarbeiter.

Zum anderen sollte sie die Faktoren benennen, die für die Beurteilung maßgeblich sind. Solche Faktoren können zum Beispiel die Kunden- und Serviceorientierung, der Umgang mit Ressourcen oder das individuelle Engagement sein.

Je klarer die Führungskraft ihre Erwartungen kommuniziert, desto besser können die Mitarbeiter die gewünschten Leistungen erbringen. Gleichzeitig wissen sie, welche Maßstäbe die Führungskraft anlegt.

Das wiederum beugt dem unguten Gefühl vor, dass die Leistungen eines Mitarbeiters anders bewertet werden als der Einsatz eines anderen Teammitglieds.

Tipp 4: Keinen Wettbewerb forcieren

Den Mitarbeiter des Monats zu küren, das Teammitglied mit den meisten Abschlüssen zu benennen und ähnliche Auszeichnungen zu vergeben, ist in vielen Unternehmen gängige Praxis.

Solche internen Wettbewerbe können zwar die Motivation steigern. Aber sie können andersherum auch zu Frust und Missgunst führen.

Die Führungskraft sollte deshalb genau hinschauen, wie sich die Konkurrenz auf das Arbeitsklima auswirkt. Am besten bespricht sie die Frage mit ihrem Team. Spornt der interne Wettbewerb die Mitarbeiter an?

Bevorzugt das Team eher ein Umfeld, in dem alle Hand in Hand arbeiten und die Ergebnisse als gemeinsame Leistung honoriert werden, zu der jeder seinen Teil beigetragen hat?

Wichtig ist außerdem, dass die Führungskraft das Konkurrenzdenken nicht unbewusst fördert. Unbedachte Äußerungen einem Mitarbeiter gegenüber wie zum Beispiel, dass der Kollege seine Aufgaben schneller erledigt oder mit dem Arbeitspensum kein Problem hat, können frustrieren und Neid begünstigen.

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Tipp 5: Aufgaben gerecht verteilen

Das Tagesgeschäft hält nicht nur spannende Aufgaben bereit, sondern bringt genauso unbeliebte, langweilige oder anstrengende Arbeiten mit sich. Bei der Verteilung der Aufträge sollte die Führungskraft sicherstellen, dass nicht der Eindruck entsteht, einzelne Teammitglieder würden bevorzugt oder benachteiligt.

Glauben Mitarbeiter zu erkennen, das sie immer die unbeliebten Aufgaben übernehmen müssen, während den Kollegen die weit schöneren Arbeiten übertragen werden, kommt schnell Missgunst auf.

An dieser Stelle kann die Führungskraft Abhilfe schaffen, indem sie die Routinetätigkeiten nach einem festen Schema verteilt, das für das ganze Team klar nachvollziehbar ist.

Führt sie eine Vergabe nach dem Motto „vergangene Woche hat Kollege A Aufgabe X übernommen, diese Woche ist Kollege B an der Reihe“ ein, beugt sie Unmut wirksam vor.

Tipp 6: Auf ausgewogene Zusammenarbeit achten

Vor allem Mitarbeiter, die noch recht neu im Team sind, weniger Erfahrung haben oder über bestimmte Fachkompetenzen nicht verfügen, profitieren von einer Zusammenarbeit mit erfahrenen und fachlich versierten Kollegen.

Um Neid zu vermeiden, sollte die Führungskraft zum einen darauf achten, dass kein Konkurrenzdenken entsteht. Im Team sollte nicht die Meinung vorherrschen, dass die alten Hasen das Sagen haben und die jüngeren Kollegen sich unterordnen müssen.

Zum anderen sollte die Führungskraft die erfahrenen Kollegen dazu ermutigen, ihr Fachwissen weiterzugeben. Der Tenor sollte sein, dass das ganze Team profitiert, wenn alle ihre Fähigkeiten ausbauen und einbringen können.

Die unerfahrenen Kollegen sollten wahrnehmen, dass sie gefördert werden und auch anspruchsvollere Aufgaben übernehmen können, unterstützt von den erfahrenen Kollegen.

Andersherum sollten die erfahrenen Kollegen spüren, dass sie nicht das Nachsehen haben, weil sie immer die schwierigen Arbeiten leisten müssen oder allmählich aufs Abstellgleis geschoben werden.

Wenn eine ausgewogene Balance entsteht und alle an einem Strang ziehen, hat Neid im Team wenig Chancen.

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Sabine Nauer - Trainingsentwickler und Beraterin in Personalentwicklung, Michael Patzek - Personalreferent, Maike Müller - Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan - Redakteurin, Unternehmerin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.

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