5 Gründe, warum Führungskräfte in sich selbst investieren sollten

5 Gründe, warum Führungskräfte in sich selbst investieren sollten

Einen Kurs für die Fortbildung der Mitarbeiter zu buchen, eine neue Software zu kaufen oder in eine ergonomische Ausstattung der Büroarbeitsplätze zu investieren, ist nicht besonders schwer. Doch sich die Zeit für eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu nehmen, für ausreichend Bewegung zu sorgen oder die Aufgaben sinnvoll zu delegieren, um sich selbst zu entlasten, fällt vielen Führungskräften alles andere als leicht.

5 Gründe, warum Führungskräfte in sich selbst investieren sollten

Dabei ist es sinnvoll und wichtig, dass der Chef nicht immer nur das Unternehmen sieht, sondern genauso viel auch in sich selbst investiert. Wieso? Hier sind fünf Gründe, warum Führungskräfte in sich selbst investieren sollten!:

  1. Die Investition in sich selbst hat den höchsten Wert.

Über Investitionen ins Unternehmen können viele Führungskräfte gut und schnell entscheiden. Um das Unternehmen voranzubringen, ist der Entschluss, neue Geräte anzuschaffen, die Mitarbeiter zu schulen oder zusätzliches Personal einzustellen, leicht gefasst. In sich selbst zu investieren, fällt da schon deutlich schwerer.

Dabei bedeutet ein “internes” Investment zunächst einmal, den Fokus zu schärfen. Gewöhnt sich der Chef zum Beispiel ein morgendliches Ritual an, durch das er den Kopf freibekommt, kann er unvorbelastet in den neuen Tag starten.

Nimmt er sich über den Tag verteilt in regelmäßigen Abständen ein paar Minuten Zeit, um eine kleine Pause einzulegen, sich aktiv zu bewegen oder ganz bewusst ein Glas Wasser zu trinken, steigert er seine körperliche Leistungsfähigkeit.

Hält die Führungskraft inne, um sich aufmerksam und intensiv mit einem Mitarbeiter auszutauschen, bringt sie die Kommunikation und das Wir-Gefühl auf ein anderes Level.

Im geschäftlichen Umfeld gibt es ständig Veränderungen und Achterbahnfahrten bleiben nicht aus. Investiert die Führungskraft Zeit, Aufmerksamkeit und Leistung in sich selbst, heißt das nichts anderes, als dass sie sich auf sich selbst als eine wesentliche Konstante des Unternehmens konzentriert. Und genau das kann einen größeren ROI haben als jede andere Maßnahme.

  1. Der Chef lebt das Unternehmen vor.

Der Chef bestimmt nicht nur über das Geschäftsmodell und die Mission des Unternehmens, sondern gibt auch das Image und die Werte vor, für die das Unternehmen steht. Ist der Chef ständig gestresst, hektisch und unter Dauerstrom, überträgt sich das auf seine Mitarbeiter und nach außen hin. Tritt er hingegen ruhig, besonnen und gelassen auf, spiegelt sich diese Haltung in der Unternehmenskultur wider.

Die Führungskraft ist ein Spiegelbild des Unternehmens und ihr Verhalten setzt sich im Team fort. Gibt es Konflikte im Team, lassen die Leistungen nach oder verfehlen einzelne Teammitglieder die vereinbarten Ziele, sollte die Führungskraft deshalb nicht versuchen, den Schuldigen auszumachen.

Stattdessen sollte sie sich selbst fragen, was sie getan oder eben nicht getan hat, um diese Situation entstehen zu lassen. Alles, über das die Führungskraft hinwegsieht oder das sie nicht sehen will, akzeptiert sie stillschweigend.

Gerade eine junge und unerfahrene Führungskraft kann sehr davon profitieren, wenn sie sich die Zusammenarbeit mit einem Business-Coach oder den Besuch eines Führungs-Seminars leistet. Auf diese Weise lernt sie, ihre Idee vom Unternehmen und der Teamkultur tatsächlich vorzuleben.

  1. Das Team wächst mit der Führungskraft.

Plant der Chef in seiner Unternehmensstrategie auch Investitionen in sich selbst ein, wird es ihm leichter fallen, Herausforderungen zu meistern. Erinnert er sich an die Aufgaben und Hindernisse bei der Gründung seines Unternehmens zurück, würde er einige Punkte mit seinem heutigen Wissen vermutlich ganz anders angehen.

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Gleiches gilt für Schwierigkeiten, die im Laufe der Geschäftstätigkeit aufgetaucht sind. Andersherum sind natürlich auch Erfolge und positive Erfahrungen Quellen, aus denen sich für die Zukunft lernen lässt.

Investiert der Chef in seine Führungsqualitäten und seine persönliche Weiterentwicklung, kommt er selbst ein Stück weiter. Er knüpft Kontakte, entdeckt neue Möglichkeiten, schöpft Ideen und wagt sich an Lösungen heran, die er vorher so vielleicht nicht auf dem Schirm hatte.

Die Weiterentwicklung des Chefs führt dazu, dass sich auch sein Team weiterentwickelt und damit das ganze Unternehmen die nächsten, neuen Schritte gehen kann.

  1. Ein Investment in sich selbst macht robuster und effektiver.

Führungskräfte verwenden viel Zeit und Energie, um ihre Mitarbeiter zu unterstützen, mit allem Notwendigen auszustatten und zu fördern. Sie selbst stehen dadurch aber oft unter Dauerstress.

Und dieser Zustand kann drei negative Auswirkungen haben:

  1. Wenn es immer nur darum geht, alle Erwartungen zu erfüllen, noch bessere Leistungen zu erbringen und noch mehr Gewinn zu erzielen, schaltet der rational denkende Teil irgendwann ab. Die Folge ist, dass die Führungskraft Fehler macht und schlechte Entscheidungen trifft.

  2. Die Angst vor einem Scheitern löst einen Selbstschutz-Modus aus. Er bewirkt, dass die Führungskraft sich selbst und ihr Team noch mehr unter Druck setzt, um doch alles irgendwie zu schaffen.

  3. Die ständige Ausschüttung von Stresshormonen drängt alle anderen Botenstoffe zurück. Im Ergebnis leidet das Immunsystem, die Führungskraft fühlt sich ausgelaugt und verschiedene Beschwerden von Schlafstörungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen können auftreten.

Um den Stresspegel zu senken, sollte sich die Führungskraft Zeit für sich selbst nehmen. Das ist nicht egoistisch. Niemand hat etwas davon, wenn sich die Führungskraft aufreibt. Plant sie Phasen ein, in denen sie abschalten und zur Ruhe kommen kann, tankt sie neue Energie.

Und von einem Chef, der klar denken, effektive Lösungen entwickeln und zielorientierte Entscheidungen treffen kann, profitiert das ganze Team. Zudem arbeitet wohl jeder lieber mit einem entspannten und gut gelaunten Chef zusammen als mit einem gestressten Choleriker.

  1. Stärkung für das Team.

Wenn eine Führungskraft nicht klar kommunizieren und Aufgaben nur schwer delegieren kann, wird sie viel Zeit mit Arbeiten verbringen, für die sie eigentlich gar nicht zuständig ist. Gleichzeitig leidet die Stimmung im Team.

Denn die Mitarbeiter wissen entweder nicht, was die Führungskraft eigentlich von ihnen will und genau erwartet. Oder sie glauben, dass ihnen die Führungskraft nicht vertraut und vor allem wenig zutraut. Sonst würde sie ja nicht alles selbst machen.

Investiert die Führungskraft in den Ausbau ihrer Führungskompetenzen, stärkt sie damit ihr Team. Sie lernt nämlich, klare Ansagen zu machen, offen zu kommunizieren und Aufgaben zu übertragen.

Dadurch fördert sie zum einen die Eigenverantwortung und die Motivation ihres Teams. Und zum anderen schafft sie für sich den Raum, um sich ihren eigentlichen Aufgaben als Führungskraft zu widmen.

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Sabine Nauer, 38 Jahre, Trainingsentwickler und Berater Personalentwicklung, Michael Patzek, 44 Jahre, Personalreferent, Maike Müller, 41 Jahre, Trainingscoach für Führungskräfte, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zur Motivation von Mitarbeitern, Weiterbildung von Führungskräften und dem Personalwesen.

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